Altersarbeitslosigkeit: AK OÖ für Nachschärfen bei Bonus-Malus-System

21. März 2016, 14:25
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Kalliauer: Strafen und Prämien zu gering für Lenkungseffekt

Linz – Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert Maßnahmen gegen die steigende Altersarbeitslosigkeit. Präsident Johann Kalliauer trat in einer Aussendung am Montag für ein "wirksames" Bonus-Malus-System ein. Denn derzeit seien Strafen wie Prämien zu gering, um einen Lenkungseffekt zu erzielen. Auch ein Ausbau des Zweiten Arbeitsmarktes sei nötig.

Unfaire Personalpolitik

Seit 2008 ist die Zahl der Älteren ohne Beschäftigung in Oberösterreich von 5.601 auf 13.987, die durchschnittliche Vormerkdauer von 75 auf 188 Tage gestiegen, rechnete Kalliauer vor. Fazit: Die Altersarbeitslosigkeit verfestige sich. Der AK-Präsident will den Unternehmen einen Teil der sozialen Kosten, "die sie mit ihrer unfairen Personalpolitik maßgeblich mitverursachen", aufbrummen. Das im Oktober beschlossene Bonus-Malus-System sei zwar "ein erster Schritt in die richtige Richtung", aber die Strafen bei Nichteinhaltung bzw. die Prämien bei Erfüllung der Quoten seien zu niedrig, um Effekte zu bringen.

Konjunkturimpulse erforderlich

Daneben seien auch Konjunkturimpulse durch öffentliche Investitionen und ein Ausbau des Zweiten Arbeitsmarktes erforderlich, um älteren Langzeitarbeitslosen mit gesundheitlichen Einschränkungen Perspektiven zu eröffnen, so Kalliauer. Er tritt für eine stärkere Förderung von sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten ein, während er Eingliederungsbeihilfen für Unternehmen, die ältere Langzeitarbeitslose aufnehmen, eher skeptisch sieht. Denn ein großer Teil dieser Arbeitsaufnahmen "hätte auch ohne Beihilfe stattgefunden", vermutet der AK-Präsident. (APA, 21.3.2016)

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