Studentenheim nach mutmaßlichem Kriegsverbrecher benannt

21. März 2016, 11:43
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Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird am Donnerstag das Urteil für Radovan Karadžić verkünden

Sarajevo / Banja Luka – Ein neues Studentenheim in der früheren Hochburg der bosnischen Serben während des Krieges (1992–1995) ist nach dem des Völkermordes und anderer Kriegsverbrechen angeklagten Expräsidenten der Republika Srpska, Radovan Karadžić, benannt worden. An den Eröffnungsfeierlichkeiten in Pale nahm unter anderem auch der derzeitige Amtsinhaber Milorad Dodik teil, wie Medien am Montag berichteten.

Uno-Kriegsverbrechertribunal fordert lebenslange Haft

Dass Karadžić als Namenspatron für das Studentenheim vor den Toren Sarajevos fungiert, kann unter bosniakischen und kroatischen Kriegsopfern nur als eine Provokation empfunden werden. Das Uno-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) wird am Donnerstag das Urteil für den angeklagten ehemaligen bosnisch-serbischen Politiker verkünden.

Karadžić hatte sich wegen Völkermordes in Srebrenica und in sieben weiteren bosnischen Gemeinden sowie anderer Kriegsverbrechen, darunter der 44-monatige Beschuss Sarajevos, aber auch die Geiselnahme von fast 400 Uno-Soldaten im Mai und Juni 1995, zu verteidigen. Die Ankläger forderten lebenslange Haft.

Pale, einst eine Feriensiedlung unweit von Sarajevo, verwandelte sich während des Bosnienkrieges in das bosnisch-serbische Machtzentrum. Banja Luka wurde erst nach Kriegsende zum Verwaltungszentrum der Republika Srpska. Die Familie von Karadžić residiert weiterhin in Pale. (APA, 21.3.2016)

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