Der Rest der Skiwelt kommt näher

Infografik21. März 2016, 12:16
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Österreich konnte den Nationencup der Skifahrer zum 27. Mal in Folge gewinnen. Der Vorsprung wird kleiner, Marcel Hirscher für die Herren immer wichtiger

Wien – Speedkrise hin oder her, Österreich gewinnt auch in dieser Saison den Nationencup. Business as usual im alpinen Skizirkus, zuletzt war es 1989 anders, damals bimmelten ein letztes Mal die Schweizer Kuhglocken. Vor dem Fall der Berliner Mauer, als Marcel Hirscher noch am Flaschi nippte.

10.591 Punkte standen 2015/16 nach 88 Rennen zu Buche. Weit entfernt von den 19.110 Punkten aus der Rekordsaison 1999/2000, noch immer 1.821 Punkte vor den zweitplatzierten Italienern. Der Vorsprung ist im Vergleich zum Vorjahr (5.472) allerdings deutlich geschmolzen. 24 Nationen konnten Punkte sammeln, acht Zähler gingen in die südliche Hemisphäre. Der Familie Simari-Birkner aus Bariloche, Argentinien sei dank.

Etwas enger wird die Sache allmählich bei den Herren. Vor dem abschließenden Slalom in St. Moritz lag Frankreich nur 88 Punkte hinter den ÖSV-Läufern, nach dem Rennen waren es 201. Frankreich ist seit nunmehr drei Saisonen erster Verfolger, konnte mit exzellenten Riesentorlauf-Ergebnissen noch einmal zulegen. Die ÖSV-Herren halten ihr Level seit 2013/14 mehr oder weniger konstant.

Der Punkteverlust bei den Damen, ein Minus von 1.062 gegenüber der Vorsaison, ist leicht erklärt: Anna Fenninger, Knieverletzung. Unter diesen Vorzeichen kann man sogar von einer kleinen Leistungssteigerung sprechen. Mit 4.787 Punkten bleibt ein respektabler Vorsprung auf Italien (4.258) und die Schweiz (4.255) erhalten. Die USA kommen trotz Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin nicht über 3.077 Zähler hinaus.

Eine theoretische Spielerei: Die ÖSV-Damen stehen ohne Anna Fenninger deutlich besser da, als es bei den Herren ohne Teamleader Marcel Hirscher der Fall wäre. Der Gesamtweltcupsieger holt mehr als 30 Prozent seines Teams. Sein Anteil an der Teamleistung hat sich seit 2011/12 beinahe verdoppelt.

Sowohl Hirscher als auch die Gesamtweltcupsiegerin der Damen, die Schweizerin Lara Gut, stellten in diesem Jahr ihren persönlichen Rekord auf. Die Bestmarken von Hermann Maier (2.000) und der pausierenden Tina Maze (2.414) waren allerdings außer Reichweite. (Philip Bauer, 21.3.2016)

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