Zeitungsriese Mediaprint verbessert Ergebnis bei sinkenden Einnahmen

21. März 2016, 08:15
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Österreichs zweitgrößtes Medienhaus von Dichands und Funke-Gruppe nahm 430 Millionen ein – Jahresüberschuss: 16 Millionen

Wien – Der gemeinsame Verlag von "Kronen Zeitung" und "Kurier" hat sein Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2014/15 wieder ein Stück verbessert – womit auch der deutsche Miteigentümer Funke-Gruppe zumindest nicht zuzahlen muss. Denn bei gut 16 Millionen Euro Jahresüberschuss sollte sich auch der Garantiegewinn für die Krone-Eigentümerfamilie Dichand in deutlich einstelliger Millionenhöhe ausgehen.

Die soeben im Firmenbuch deponierte Bilanz der Mediaprint GesmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2014/15 bis zum 30. Juni 2015 sagt über Österreichs größten Verlagskonzern und das zweitgrößte Medienhaus des Landes zum Beispiel:

Die Mediaprint nahm 2014/15 exakt 429.933.926,77 Euro ein. Der Umsatz sank um knapp vier Millionen von 433,89 Millionen im Geschäftsjahr davor. Umsatzrückgänge prägen die Bilanzen vieler traditioneller Medienhäuser seit Jahren. Jene der Mediaprint sinken (mit einem leicht gegenläufigen Jahr) beständig von rund 512 Millionen 2005/6, dem Höchststand der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte.

2005/6 schaffte die Mediaprint auch das höchste Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der vergangenen 15 Jahre – flotte 35,4 Millionen Euro. Die "Krone" alleine erzielte in ihrer Geschichte freilich auch schon Gewinne in gut doppelter Höhe – eine Milliarde Schilling, rund 73 Millionen Euro). 2014/15 schaffte die Mediaprint ein EGT von rund 16,5 Millionen Euro nach 14,4 Millionen ein Jahr zuvor. Und das war schon weit besser als die trübsten Jahre der jüngeren Geschichte: 2008/9 landete der Zeitungsriese bei nur 1,3 Millionen Ergebnis, 2011/12 bei 4,6 und noch 2012/13 bei rund 5,8 Millionen Euro EGT.

Als Jahresüberschuss weist die Mediaprint für 2014/15 16 Millionen Euro aus, im Jahr zuvor waren es rund 13,7 Millionen.

Garantierter Dichand-Gewinn

In den trüberen Jahren der Mediaprint hatte der deutsche Mitgesellschafter von "Krone" und "Kurier" seinen Partnern bei der "Krone" noch zuzuzahlen – Gründer und Langzeitchef Hans Dichand ließ sich beim Einstieg der Funke-Gruppe 1987 einen jährlichen Gewinn garantieren – an die neun Millionen Euro im Jahr. Wenn ihn der Verlag nicht erzielt, müssen die deutschen Mitgesellschafter zuzahlen – die diese Regel bisher ohne wahrnehmbaren Erfolg bekämpften. Die Funke-Gruppe arbeitet wie berichtet an der Kündigung der alten Syndikatsverträge.

Die "Krone" erhält 70 Prozent der Mediaprint-Gewinne, der Kurier 30 Prozent – üblicherweise zu seiner Freude, wiewohl die "Krone" in der Mediaprint neben Gewinnen auch massiven Druck auf das jüngste Sparprogramm beim "Kurier" beisteuert. Bei den geplanten drei Millionen Einsparung bis 2017 ist eher von Sollen denn Wollen auszugehen.

Für die deutschen Gesellschafter gilt: Bei rund 11,3 Millionen vom Mediaprint-Überschuss für das große Kleinformat sollte sich der Garantiegewinn für die Dichands ausgehen. Er sinkt laut alten Verträgen, nach Hans Dichands Tod – der Senior kassierte noch mehr als 710.000 Euro garantiert im Monat.

"Krone"-Boss auch sechs Jahre nach dem Tod

A propos: Hans Dichands vielhundertmillionenschweres Erbe mit gewaltiger Kunstsammlung, ansehnlichen Immobilien und den 50 Prozent an der Krone dürfte noch immer nicht abgewickelt sein. Jedenfalls steht auch bald sechs Jahre nach Hans Dichands Tod am 17. Juni 2010 Hans Dichand als 50-Prozent-Eigner der "Krone" im Firmenbuch. (fid, 21.3.2016)

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