Rapid kassiert in Ried den nächsten Dämpfer

20. März 2016, 18:42
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Wiener verlieren im Innviertel nach einer schwachen Vorstellung mit 0:1 und haben schon vier Punkte Rückstand auf Leader Red Bull Salzburg

Ried im Innkreis – Für Rapid hat es im Titelkampf der Fußball-Bundesliga den nächsten Rückschlag gesetzt. Die Hütteldorfer unterlagen am Sonntag zum Abschluss der 28. Runde beim Vorletzten Ried knapp 0:1 (0:0) und blieben damit eine Reaktion nach der vorangegangenen 0:4-Heimpleite gegen Admira Wacker Mödling schuldig. Drei Partien ist der Tabellenzweite nun schon sieglos und ohne Torerfolg.

Der Rückstand auf Titelverteidiger Red Bull Salzburg wuchs damit vor dem Schlager am 3. April im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf vier Punkte an. Es war die erste Niederlage gegen Ried in der Liga nach neun Erfolgen im direkten Duell hintereinander.

Zum Matchwinner für die zweikampfstarken Innviertler avancierte Jakob Kreuzer (57.), der 21-Jährige erzielte seinen Premierentreffer in der Liga damit zu einem sehr günstigen Zeitpunkt. Die Rieder gingen nach fünf sieglosen Partien wieder einmal als Sieger vom Platz und bauten den Vorsprung auf Schlusslicht Grödig auf schon beruhigende sechs Punkte aus. Gegen Rapid war es der erste Ligasieg seit dem 4. Dezember 2013 (2:0).

Grüne Wiedergutmachung?

Rapid war nach dem 0:4-Debakel gegen Admira Wacker Mödling auf Wiedergutmachung aus. Zoran Barisic veränderte seine Startelf dafür gleich an fünf Positionen. Louis Schaub stand zum ersten Mal seit der 1:2-Derby-Niederlage gegen die Austria am 25. Oktober 2015 wieder in der Anfangsformation. Stefan Stangl und Florian Kainz, die zuletzt gefehlt hatten, bildeten wieder die linke Seite. Die Routiniers Steffen Hofmann und Mario Sonnleitner saßen nur auf der Bank.

Die Wiener übernahmen von Beginn an die Initiative, schon nach etwas mehr als einer Minute sorgte Philipp Schobesberger mit einem Abschluss für Gefahr. Noch näher kam der Führung Matej Jelic, der einen Kopfball nach Pavelic-Flanke über das Tor setzte (14.). Nach starken 20 Minuten ließen die Gäste aber deutlich nach, entwickelte sich eine sehr zerfahrene Partie.

Die ohnehin schon stark ersatzgeschwächten Rieder mussten auch noch den Ausfall von Denis Streker mit einer Schulterverletzung hinnehmen und konnten sich in der Offensive mit Ausnahme eines Sikorski-Schusses (33.) nicht in Szene setzen. Die Fünferkette in der Defensive stand dafür ganz gut. Auch deshalb kamen die Wiener in der ersten Hälfte trotz 71 Prozent Ballbesitz nur zu einer weiteren Topchance. Jelic traf nach einer Pavelic-Hereingabe aus bester Position aber den Ball nicht richtig (42.).

Kreuzers Traum

Auch nach dem Seitenwechsel konnte sich Rapid vorerst nicht wirklich steigern. Jelic fehlte zudem im Abschluss die Kaltschnäuzigkeit, er ließ eine Stangl-Hereingabe durch, anstatt selbst abzuschließen, die Rieder konnten den Ball klären (49.). Obwohl die Innviertler weiterhin vor allem auf eine gesicherte Defensive fokussiert waren, gelang ihnen trotzdem aus dem Nichts die Führung.

Erfolgreich war mit Kreuzer ein in der 16. Minute für Streker eingewechselter "Joker". Dieser nahm sich im Strafraum den Ball mit der Brust herunter, spielte ihn sich noch einmal auf und vollendete volley ins lange Eck. Kreuzers Premierentor in der Liga im 23. Spiel war somit eines der schöneren Sorte. Rapids Innenverteidigung sah dabei nicht gut aus.

Wirklich überzeugen konnten die Hütteldorfer auch in der Folge nicht. Sie erarbeiteten sich vor allem mit Fortdauer der zweiten Hälfte ein immer deutlicheres Übergewicht, konnten daraus aber wenig Kapital schlagen, auch da die Rieder bissig, aggressiv, sehr zweikampfstark waren. Ried-Tormann Thomas Gebauer konnte sich bei einem Jelic-Abschluss aus spitzem Winkel auszeichnen (77.). Ein Schuss von Florian Kainz ging knapp daneben (85.), auch ein Abschluss von Deni Alar verfehlte das Tor (92.). Die zweite Niederlage in Folge war damit fix. (APA, 20.3.2016)

Fußball-Bundesliga (28. Runde): SV Ried – SK Rapid Wien 1:0 (0:0). Ried, Keine-Sorgen-Arena, 5.722, SR Harkam.

Tor: 1:0 (57.) Kreuzer

Ried: Gebauer – Hart, Streker (16. Kreuzer), Reifeltshammer, Filipovic, Prada – Bergmann, Elsneg, Brandner – T. Fröschl (75. Honsak), Sikorski (86. Ziegl)

Rapid: Strebinger – Pavelic, M. Hofmann, Dibon, Stangl – Grahovac (86. S. Hofmann), Schwab – Schobesberger, Schaub (62. Alar), F. Kainz – Jelic

Gelbe Karten: Prada, Filipovic bzw. Stangl, Alar, Schobesberger

  • Ein Sonntag in Ried.
    foto: apa/expa/roland hackl

    Ein Sonntag in Ried.

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