Zehntausende Australier fordern Schließung von Flüchtlingslagern

20. März 2016, 14:45
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Flüchtlingen soll Aufenthalt in Australien ermöglicht werden

Canberra – In Australien sind am Sonntag Zehntausende Menschen gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung auf die Straße gegangen. Laut Medienberichten forderten die Demonstranten die Schließung der australischen Flüchtlingslager auf Nauru und in Papua Neuguinea, wie die Kathpress berichtete. Den Flüchtlingen solle der Aufenthalt in Australien erlaubt werden.

Zu den Demonstrationen in Sydney, Melbourne, Brisbane und anderen Städten hatten Flüchtlingshilfsorganisationen, Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und Bürgerinitiativen aufgerufen. Die Demonstranten forderten den Angaben zufolge zudem ein Bleiberecht für jene rund 300 Flüchtlinge, die aus den ausländischen Camps zur medizinischen Behandlung nach Australien gebracht worden seien.

Menschenrechtler sehen in der australischen Öffentlichkeit einen Stimmungswandel hin zu mehr Mitgefühl gegenüber Flüchtlingen. Ein Beispiel sei das Verhalten von Kirchengemeinden. "Wir erleben, dass in ganz Australien mehr als einhundert Kirchen ihre Tür geöffnet und Menschen, denen die Abschiebung droht, Zuflucht geboten haben", zitieren Medien den Sprecher einer Organisation für Rechtshilfe bei Menschenrechtsverletzungen, Daniel Webb.

Australien verweigert Bootsflüchtlingen, die Asyl beantragen wollen, die Aufnahme. Stattdessen werden die Flüchtlinge für die Dauer des Asylverfahrens in Lagern auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea sowie auf dem Territorium des pazifischen Inselstaats Nauru interniert. Im Fall eines positiven Entscheids des Asylantrags werden die Flüchtlinge aus dem Lager auf Manus in Papua-Neuguinea eingebürgert. Flüchtlingen in Nauru wird eine Umsiedlung nach Kambodscha angeboten.

Die Kosten für die Internierung der Bootsflüchtlinge in Papua-Neuguinea und Nauru sind hoch. Das unabhängige Budgetamt des australischen Parlaments bezifferte die Ausgaben für die kommenden vier Jahre in einer aktuellen Analyse auf umgerechnet 1,9 Milliarden Euro. (APA, 20.3.2016)

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