Airbus verkauft Rüstungselektronik für 1,1 Milliarden Euro

20. März 2016, 13:45
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3.000 von weltweit 4.000 Mitarbeitern der Sparte arbeiten in Ulm – Airbus baut Rüstung weiter um

Toulouse/Amsterdam/Ulm – Der europäische Konzern Airbus kommt beim Umbau seiner Rüstungssparte voran. Für 1,1 Milliarden Euro werde das Rüstungselektronik-Geschäft an den US-Finanzinvestor KKR verkauft, teilte der europäische Konzern am Freitagabend mit.

Angesichts der geringeren Verteidigungsausgaben in Europa will Airbus das Rüstungsgeschäft stärker auf den Verkauf von Flugzeugen, Raketen und Satelliten ausrichten. Dafür trennt sich das Unternehmen von Randbereichen. Ziel ist es, Vermögenswerte mit einem Gesamtjahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro loszuschlagen.

4.000 Mitarbeiter

Die unter dem Namen Orlando agierende Rüstungselektronik-Sparte beschäftigt weltweit 4.000 Mitarbeiter und kommt auf Jahreserlöse von etwa einer Milliarde Euro. Der Hauptsitz befindet sich in Ulm, wo rund 3.000 Angestellte tätig sind. Dort werden unter anderem elektronische Schutzsysteme für Flugzeuge und Fahrzeuge sowie Radare hergestellt.

Die deutsche Bundesregierung hatte im Voraus bereits deutlich gemacht, dass ihr die Auswirkungen eines Verkaufs für den Erhalt von Sicherheitstechnologie und Arbeitsplätze wichtig sind. Erst im Februar hatte Airbus beschlossen, das Geschäft mit Grenzsicherungstechnik nicht mit ins Schaufenster zu stellen, sondern daran festzuhalten.

Reibungsloser Übergang

Insidern zufolge sollen auch der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall gemeinsam mit dem amerikanischen Finanzinvestor Blackstone sowie die Finanzinvestoren Cinven und Carlyle an dem Bieterverfahren beteiligt gewesen sein.

Die Transaktion soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden und steht noch unter einigen Vorbehalten wie der Genehmigung der zuständigen Behörden. Der Flugzeugbauer erwägt, einen Minderheitsanteil zu behalten, um einen reibungslosen Übergang für das Geschäft, die Angestellten und Partner zu gewährleisten.

Auf den Aktienkurs von Airbus wirkte sich die Nachricht im nachbörslichen Geschäft zunächst nicht spürbar aus. (APA, 20.3.2016)

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