Ex-AfD-Politiker erhalten Drohbriefe von "AfD Armee Fraktion"

20. März 2016, 13:16
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Henkel: "Glaube nicht, dass hinter den Schreiben eine terroristische Struktur steht"

Berlin – Mehrere aus der rechtspopulistischen AfD ausgetretene Politiker haben Drohbriefe einer "AFD ARMEE FRAKTION" erhalten. "Wir werden aufgefordert, unsere Mandate niederzulegen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Abspaltung ALFA, Bernd Kölmel, am Sonntag und bestätigte damit mehrere Medienberichte.

Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der ebenfalls ein solches Schreiben erhielt, sagte Reuters, er gehe von einem Einzeltäter aus: "Ich glaube nicht, dass hinter den Schreiben eine terroristische Struktur steht." Auch dass die derzeitige AfD-Spitze etwas mit den Drohbriefen zu tun habe, könne er sich nicht vorstellen.

Weiter Mandate

Ehemalige AfD-Spitzenpolitiker wie AfD-Mitbegründer Bernd Lucke, Henkel und Kölmel haben auch nach dem Parteiaustritt und der ALFA-Gründung ihre Mandate im Europaparlament behalten. AfD-Chefin Frauke Petry hat sie mehrfach aufgefordert, ihre Mandate aufzugeben.

Die Schreiben seien während Wahlkampfes in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verschickt worden, sagte Kölmel. Offenbar seien vor allem ALFA-Politiker in Baden-Württemberg betroffen. Die Landtagskandidaten seien aufgefordert worden, ihre Bewerbung aufzugeben. Die betroffenen ALFA-Politiker hätten Anzeige erstattet, in Baden-Württemberg habe der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen.

"Kampf hat begonnen"

In der Reuters vorliegenden Kopie eines der Schreiben, die sich laut Kölmel je nach Empfänger unterscheiden, heißt es: "Verpiss dich mit deiner Arschloch Partei oder wir räumen auf und bei deinen Kindern fangen wir an." Weiter heißt es: "Der bewaffnete Kampf hat begonnen."

Als Grußformel steht "Heil Höcke" unter dem Text. Björn Höcke ist der AfD-Chef in Thüringen und gilt als Gallionsfigur des nationalistischen Flügels der Partei. Höcke, der sich mehrmals ausländerfeindlich geäußert hat, wird von Kritikern vorgeworfen, sich nicht eindeutig von der rechtsextremen NPD zu distanzieren. In Anlehnung an die linksextreme RAF (Rote Armee Fraktion) schließt das Schreiben mit dem Kürzel "AAF" und "AFD ARMEE FRAKTION". (APA, 20.3.2016)

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