Tengelmann-Übernahme: Verdi und Edeka starten Verhandlungen

19. März 2016, 10:22
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Edeka muss Tarifverträge für alle Beschäftigten aushandeln, erst dann ist die Übernahme vollzogen

Berlin/Köln/Hamburg – Nach dem grünen Licht für die Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka setzen die Gewerkschaft ver.di und das Unternehmen nun auf eine schnelle Umsetzung.

Die zuständigen regionalen Tarifkommissionen hätten bereits die Arbeit aufgenommen, so dass die Gewerkschaft nun mit einem zügigen Verhandlungsbeginn rechne, sagte eine ver.di-Sprecherin in Berlin. Der genaue Zeitpunkt für den Verhandlungsstart stehe jedoch noch nicht fest. "Wir streben eine schnelle Einigung an", betonte ein Edeka-Sprecher.

Verhandelt wird nach ver.di-Angaben in vier regionalen Tarifkommissionen. Die Schwerpunkte seien dabei in Nordrhein-Westfalen (Region Nordrhein), Rheinland-Pfalz (Standort Nieder-Olm), Berlin (Region Berlin und Umland) sowie in Bayern (Region München/Oberbayern).

Erst am Donnerstag hatte der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nach monatelangem Ringen den umstrittenen Zusammenschluss genehmigt. Edeka muss im Gegenzug den Erhalt von knapp 16.000 Jobs bei Kaiser's Tengelmann für mindestens sieben Jahre garantieren. Das Unternehmen muss nun mit den Gewerkschaften laut den Auflagen rechtssichere Tarifverträge für die Beschäftigten aushandeln.

Falls in den kommenden Jahren gegen diese Vorgaben verstoßen wird, droht dem Unternehmen die Rückabwicklung der Fusion. Sobald in allen Regionen Tarifverträge abgeschlossen sind, kann das Wirtschaftsministerium prüfen, ob die Auflagen erfüllt sind. Erst dann ist ein Vollzug des Zusammenschlusses möglich. (APA, 19.3.2016)

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    foto: reuters / bensch
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