Shiffrin in eigener Liga

19. März 2016, 09:07
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US-Amerikanerin gewinnt mit über zwei Sekunden Vorsprung auf die Slowakin Zuzulova
- Kirchgasser Fünfte

St. Moritz – Fünf Slalom-Starts – fünf Siege. Weil die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin verletzungsbedingt aber zwei Monate fehlte, ging die Torlauf-Kristallkugel an die Schwedin Frida Hansdotter. Shiffrin setzte sich am Samstag beim Weltcupfinale in St. Moritz eindrucksvolle 2,03 Sekunden vor Veronika Velez-Zuzulova (SVK) und 2,31 vor Hansdotter durch. Michaela Kirchgasser wurde Fünfte.

Olympiasiegerin und Weltmeisterin Shiffrin hatte bereits nach dem ersten Durchgang 0,72 Sekunden Vorsprung auf die Französin Nastasia Noens, die im zweiten Lauf zu Sturz kam und verletzt abtransportiert werden musste. Shiffrin nützte die Wartezeit und legte sich im Starthaus auf dem Boden. "Es hat geheißen, es dauert fünf Minuten, da wollte ich nicht die ganze Zeit stehen", meinte die 21-Jährige später und lieferte eine zweite Laufbestzeit zum 20. Weltcupsieg nach.

"Ich bin nicht wirklich bereit dafür, dass die Saison endet. Aber ich fühle mich bereit für eine neue Sommervorbereitung", sagte Shiffrin. Zum erneut enormen Vorsprung – in Jasna hatte sie zuletzt 2,36 Sekunden Vorsprung auf die Zweite – meinte sie: "Jedes Mal, wenn ich die Zeit anschaue, denke ich: Seid ihr sicher?"

Kirchgasser von acht auf fünf

Kirchgasser, die in diesem Winter im Slalom dreimal Vierte war, verbesserte sich im Finale von der achten an die fünfte Stelle, konnte aber auch nicht verhindern, dass Österreich Slalom-Damen erstmals seit 1994/1995 ohne Weltcup-Stockerlplatz blieben. In den vergangen zwei Jahren waren mit Marlies Schild (nun Raich), Kathrin Zettel und Nicole Hosp aber drei Leistungsträgerinnen zurückgetreten. Carmen Thalmann wurde Achte, Bernadette Schild 13. und Katharina Truppe 17. Julia Grünwald schied im ersten Durchgang aus.

"Mit zwei solchen Stehern bin ich sehr happy, dass ich Fünfte geworden bin", sagte Kirchgasser. "Es ist das ewige Thema, ein Lauf echt gut und mittlerweile sind es schon eineinhalb. Aber es ist immer noch ein Bock drinnen, der mir echt viel kaputt macht".

Es sei für die ganze Mannschaft eine schwierige Saison gewesen, die Jungen hätten sich aber gut reingekämpft. "Es ist nicht so einfach, wenn du weißt, du musst auf das Stockerl fahren. Du willst das auch. Und du trägst das Packerl mit, und das Packerl wird jedes Rennen größer und schwerer."

Motivation

Zu Shiffrin meinte Kirchgasser: "Faszinierend. Es ist eine Freude, ihr zuzuschauen, weil man sieht, wie einfach das Skifahren ist. Kante, Belag, Kante, das perfekte Timing, es ist so unspektakulär. Das ist so schön, wenn Skifahren so einfach ist, und wir machen es kompliziert. Wenn man das in ihrer Perfektion sieht, ist es nur eine Freude." Aber auch Shiffrin müsste eigentlich zu knacken sein: "Sie kocht mit dem gleichen Wasser. Sie hat das gleiche Material, den gleichen Körperbau, die gleichen Voraussetzungen. Sie macht es einfach nur so perfekt. Das motiviert mich."

Frust

Thalmann sieht das mit der Motivation nicht ganz so. "Für uns ist das demotivierend, aber es nützt nichts, wir müssen schauen, dass wir herankommen." Shiffrin fahre "wie aus einem Guss". Jeder andere verzeichne zumindest einen kleinen Fehler.

Zu ihrer persönlichen Saisonbilanz meinte die Kärntnerin, dass sie mit ihrer Konstanz zufrieden sei. "Es waren einige gute Ergebnisse dabei, aber ich habe mir insgesamt mehr vorgenommen. Jetzt heißt es, da dranbleiben. Ich muss über den Sommer rausfinden, was da fehlt." (APA, 19.3.2016)

  • Mikaela Shiffrin kam mit dem trockenen, aggressiven Schnee von St. Moritz ausgezeichnet zurecht.
    foto: afp / fabrice coffrini

    Mikaela Shiffrin kam mit dem trockenen, aggressiven Schnee von St. Moritz ausgezeichnet zurecht.

  • Frida Hansdotter staubte eine Kristallkugel ab.
    foto: afp / fabrice coffrini

    Frida Hansdotter staubte eine Kristallkugel ab.

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