50. Poleposition bei Quali-Flop für Hamilton

19. März 2016, 08:07
242 Postings

Mercedespilot in langweiligem Qualifying von Melbourne Schnellster. Auf den Plätzen: Teamkollege Rosberg und Vettel im Ferrari. Lauda erneuert Kritik am Modus: "Einfach nur Wahnsinn"

Melbourne – Die ohnehin schon waidwunde Formel 1 hat sich wie befürchtet gleich zum Saisonauftakt ins Knie geschossen. Die neue K.o.-Qualifikation geriet im Finish zur Farce, weil kein einziger Bolide mehr auf der Strecke war. "Sofort wieder ändern", forderte daher Niki Lauda, Christian Horner von Red Bull entschuldigte sich bei den Fans.

Wie erwartet hatte Mercedes die Nase wieder vorn. Schnellster war Weltmeister Lewis Hamilton, der seinen Teamkollegen Nico Rosberg auf Platz zwei verwies.

Der Flop von Melbourne war ein Fauxpas mit Anlauf. Denn schon im Vorfeld war das neue Knockout-Format, mit dem man eine Durchmischung des Starterfeldes sowie ein finales Duell um die Pole Position erreichen wollte, kritisiert worden. Es kam dann, wie es befürchtet worden war.

Verliefen die ersten zwei Qualifikationsabschnitte noch relativ unaufgeregt und wegen anfangs fehlender Countdown-Uhren unübersichtlich, drehten auch im Q3 die meisten Piloten vorzeitig ab. Entweder weil sie keine Chance auf Verbesserung sahen oder wie der am Ende drittplatzierte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel Reifen schonen wollten.

Verwirrung

Und so blieb die erhoffte Spannung im Finish aus, in den letzten vier Minuten war nicht einmal ein Auto auf der Piste. Die Zuschauer auf den Tribünen waren verwirrt, selbst in der Boxengasse herrschte Durcheinander. Vettel ging zu Fuß zur Pressekonferenz, weil er nicht mit einem Mercedes mitfahren wollte.

"Das einzig Gute heute ist, dass Mercedes in der ersten Reihe steht. Der Rest war einfach nur Wahnsinn", sah sich Lauda in seiner Vorab-Kritik bestätigt. "So etwas hat noch keiner geschafft", schüttelte der dreifache Weltmeister den Kopf. "Wir bitten am Sonntag die Teamchefs zu uns, um zu versuchen, dieses Reglement noch vor Bahrain sofort wieder zurück zu ändern. Wenn man einen so blöden Fehler macht, muss man ihn sofort korrigieren."

"Verschlimm-Besserung"

Motorsportdirektor Toto Wolff flüchtete zunächst in Ironie. "Ist es schon aus?", scherzte er vor dem ORF-Interview, sprach dann aber auch Klartext bezüglich Qualifikationsmodus. "Das ist eine Verschlimm-Besserung, die wir uns da ausgedacht haben", meinte der Wiener. "Jetzt heißt es wieder zur Normalität zurückkehren."

In der Tat hatte das neue und nicht sehr durchdachte System es nicht einmal geschafft, eine Überraschung zu produzieren. Dass Daniil Kwjat schon in Q1 scheiterte, nahm Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko auf die Kappe des Teams. "Unser Fehler, wir waren um Sekunden zu spät dran", erklärte der Österreicher.

In den Top-Acht blieben die erhofften Sensationen aus. Weltmeister Hamilton schaffte seine bereits 50. Pole Position problemlos, weil Rosberg einen Fehler einbaute und beim letzten Versuch nicht schnell genug war. So war auch dieses "Duell" lediglich ein Schattenboxen ohne Entscheidungsrunde.

Für den Titelverteidiger war es die bereits fünfte Pole in Melbourne, wo er 2008 und 2015 gewonnen hat und in beiden Jahren Weltmeister geworden ist. Schaffen die Silberpfeile am Sonntag (6.00 Uhr MEZ, live ORF 1, RTL, Sky) einen Doppelsieg, steigen Hamiltons Chancen auf den vierten Titel zumindest auf dem Papier weiter. Immer wenn einem Team im Albert Park ein Double gelungen ist, wurde der Sieger in diesem Jahr auch Champion. (APA, 19.3.2016)

Ergebnis

Qualifying

  • Der Weltmeister ist auch in der neuen Saison sehr flott unterwegs.
    foto: afp/ peter parks

    Der Weltmeister ist auch in der neuen Saison sehr flott unterwegs.

Share if you care.