Kika/Leiner-Mutter Steinhoff kauft Elektronik-Kette

18. März 2016, 18:53
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Nein zu Möbelhändler Home Retail Group

Sandton – Zuschlag bei Elektronik, Rückzieher bei Möbeln: Der deutsch-südafrikanische Möbelkonzern Steinhoff, Mutter der Östereichischen Kika/Leiner-Grupper, steht vor der Übernahme des britischen Elektronik-Einzelhändlers Darty.

Die französische Steinhoff-Tochter Conforama überbot mit einem 673 Millionen Pfund (864 Millionen Euro) schweren Angebot für den drittgrößten europäischen Elektronik-Händler das Übernahmeangebot des französischen Buch- und Musik-Händlers Fnac und zog damit das Management von Darty auf seine Seite. Die Darty-Führung werde den Verkauf an Steinhoff empfehlen, teilte der Möbelriese (Poco, Kika, Leiner) am Freitag mit. Darty betreibt europaweit 400 Läden, den Großteil davon in Frankreich.

Dagegen lässt Steinhoff vom britischen Katalog-Möbelhändler Home Retail Group ("Argos") nun doch die Finger. Nach einer Prüfung der Bücher von Home Retail habe man sich gegen ein verbindliches Angebot entschieden, teilte Steinhoff mit. Damit hätte die britische Supermarktkette Sainsbury, gegen die Steinhoff angetreten war, freie Hand. Sainsbury bietet 161,3 Pence je Home-Retail-Aktie, insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,67 Milliarden Euro). Steinhoff hatte insgesamt 175 Pence je Aktie in Aussicht gestellt. Sainsbury wollte mit Argos seine Online-Präsenz verstärken, hat sich allerdings auch noch nicht zu einem verbindlichen Übernahmeangebot verpflichtet. Die beiden Rivalen hatten dafür bis Freitag, 18.00 Uhr (MEZ), Zeit.

Steinhoff, im Möbelhandel weltweit die Nummer zwei hinter Ikea, war im Dezember von der Börse in Johannesburg (Südafrika) an die Frankfurter Börse gewechselt, nachdem das Unternehmen den Löwenanteil seines Umsatzes inzwischen in Europa erwirtschaftet. Von Montag an ist Steinhoff im Nebenwerteindex MDax gelistet, der Konzern hat einen Börsenwert von gut 20 Milliarden Euro.

Steinhoff war 1964 als Ein-Mann-Betrieb in Westerstede bei Bremen gegründet worden. Firmengründer Bruno Steinhoff hatte damals damit angefangen, Möbel in Osteuropa billig herstellen zu lassen und im Westen zu verkaufen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begann er selbst im Osten zu produzieren. 1996 legte Steinhoff die Firma mit dem Geschäft des aus der gleichen Region Deutschlands stammenden Textilunternehmers Claas Daun zusammen. Die daraus entstandene Steinhoff International kaufte 2011 die französische Möbelkette Conforama, zuletzt auch Kika und Leiner in Österreich. Das Unternehmen tummelt sich seit Jahren auch in verwandten Geschäftsfeldern wie Haushaltswaren und Bekleidung. (APA/Reuters, 18.3.2016)

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