Einige Kandidaten ohne Parteirückhalt scheiterten

18. März 2016, 14:20
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Kolland denkt jetzt an die Nationalratswahl, Pointner gründet eine Partei, Luxemburg hofft noch

Wien – Fix fünf, vielleicht auch sieben Kandidaten werden am 24. April am Stimmzettel der Bundespräsidentenwahl stehen. Daneben haben es einige Privatpersonen versucht, ganz ohne Parteihilfe und große mediale Präsenz – und sind gescheitert. Einige von ihnen geben aber nicht auf: Die Steirerin Karin Kolland denkt an die Nationalratswahl 2018, ihr Landsmann Gernot Pointner gründet demnächst eine Partei.

6.000 Unterstützungserklärungen österreichweit sind nötig, um bei der Hofburg-Wahl antreten zu können. Das war schon für den öffentlich sehr bekannten Richard Lugner schwierig: Er hatte bis Freitag 5.000 zusammen, hoffte aber, den Rest in der Nachfrist bis Dienstag noch aufzubringen. Auch der EU-Gegner Robert Marschall reichte am Donnerstag einen Wahlvorschlag ein. Er will erst am Montag verraten, ob er tatsächlich genug Unterschriften sammeln konnte. Aufgegeben hat die Schriftstellerin Elfriede Awadalla. Bereits am Donnerstag verkündete sie via Presseaussendung: "Es wird sich nicht ausgehen."

Kolland will mehr direkte Demokratie

Karin Kolland, eine Energetikern, Buchautorin und Seminarleiterin aus dem steirischen Gleisdorf, seit 2014 in Pension, fand ohne jede öffentliche Bekanntheit immerhin an die 2.000 Unterstützer. Das ist für die Hofburg zwar zu wenig. Aber es ermutigt sie zu weiteren Aktivitäten, die sie am Freitag auch in einer Pressekonferenz schilderte: Kolland möchte eine "Initiative Volksparlament" gründen – und denkt an die Nationalratswahl 2018. Sie ist zuversichtlich, bis dahin die nötigen 2.600 Unterstützungserklärungen für eine beim Innenministerium eingetragene Gemeinschaft sammeln zu können. Ihr Ziel ist der Aufbau eines Volksparlaments als zweite Säule mit intensiver direkt-demokratischer Einbindung der Bürger.

Luxemburg deutlich unter erforderlichen Zahl

Auch für den Autor und Künstler Adrien Luxemburg wird sich's nicht ausgehen – aber er überlegte am Freitag noch, den Wahlvorschlag einzureichen und somit bis Dienstag sammeln zu können. Hoffnung setzte er in "viele" zunächst an das falsche Postamt geschickte Unterstützungserklärungen, die er im Lauf des Tages erwartete. Bis Donnerstag lag er allerdings noch "deutlich unter der erforderlichen Anzahl", wie er der APA mitteilte.

"Zu wenige" Unterschriften gab es auch für Gernot Pointner – den laut eigener Homepage "arbeits- und parteilosen" Steirer. Parteilos ist er nicht mehr lange: Denn er will in den nächsten Tagen die Satzungen seiner neu gegründeten Partei im Innenministerium hinterlegen. Denn "es ist höchste Zeit, dass sich in diesem Land etwas zum Positiven ändert – ich habe genug von den Skandalen und der Unfähigkeit aller politischen Parteien", kündigte Pointer weitere Politikaktivität an.

Wabl scheitert zum vierten Mal

Dass Scheitern nicht jeden entmutigt, beweist auch der pensionierte Richter Martin Wabl: Er versuchte heuer zum vierten Mal den Sprung auf den Hofburg-Stimmzettel – nahm die 6.000er-Hürde aber trotz Unterstützung durch die "Mutbürger" wieder nicht.

Diese 6.000 Unterschriften Wahlberechtigter wird von vielen "privaten" Anwärtern als zu hoch kritisiert. Auch durch die Umstände des Sammelns fühlen sie sich behindert: Die Unterstützer müssen persönlich auf das Gemeinde- bzw. Bezirksamt, was viele scheuen würden. Die Zeit – heuer vom 23. Februar bis 18. März – sei zu kurz, zumal die Öffnungszeiten der Ämter vor allem in den kleinen Gemeinden sehr begrenzt seien. Immer wieder bemängelt wird von den "Privaten" auch, dass sie nicht dieselbe mediale Aufmerksamkeit haben wie von Parteien unterstützte oder öffentlich bekannte Kandidaten. (APA, 18.3.2016)

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