Elternvertreter wehren sich gegen Modellregionen zur Gesamtschule

18. März 2016, 13:56
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Bundeselternverband verweist auf breite Proteste in Tirol

Wien – Der Bundeselternverband an mittleren und höheren Schulen hat sich am Freitag vehement gegen Modellregionen zur Gesamtschule wider den Willen von Schülern, Eltern und Lehrern ausgesprochen. "Keine einzige Gesamtschule ohne ausdrückliche Zustimmung der Schulpartner", heißt es in der Aussendung. Der Verband warnt, dass die Politik die "umstrittenen" Modellregionen durchdrücken wolle.

Die Elternvertreter kritisierten, dass laut den Eckpunkten der Bildungsreform Schulen auch ohne Zustimmung der Schulpartner in Modellregionen fallen können, solange eine Obergrenze von 15 Prozent der Schulen bzw. Schüler pro Bundesland eingehalten wird. Hier werde versucht, entgegen der gültigen Rechtslage die "Mitbestimmungsrechte der Schulpartner zu kippen", so die Kritik des Verbands.

Kritik aus Vorarlberg und Tirol

Besonders kritisch ist demnach die Lage in Tirol: Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) wolle dort eine Modellregion umsetzen "ohne direkt Betroffene oder Schulpartner auch nur fragen zu wollen". Die Landesrätin hatte auf die entsprechende Möglichkeit in der Vereinbarung von SPÖ und ÖVP verwiesen. Seither formiert sich in Tirol Widerstand gegen die laut Bundeselternverband "zum Teil ideologisch motivierte Zwangsbeglückungen": Die Initiative Pro Gymnasium bekämpft die Bemühungen mit teils deftiger Diktion, mittlerweile wurde auch eine parlamentarische Petition mit über 1.200 Unterschriften eingereicht.

Auch in Vorarlberg, wo alle Parteien für einen das ganze Bundesland umfassenden Schulversuch eintreten, haben Gesamtschulgegner in der Initiative zusammengefunden. Diese will gegen einen möglichen Schulversuch im ganzen Land, für den sich auch ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner einsetzen will, notfalls auch juristisch vorgehen. Eltern könnten bis zum Verfassungsgerichtshof (VfGH) gehen, sollten Kinder in Vorarlberg künftig im Gegensatz zu den übrigen Bundesländern kein Gymnasium mehr besuchen können. Das verstoße nämlich gegen den Gleichheitsgrundsatz, so ihre Argumentation. (APA, 18.3.2016)

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