Lavabit: US-Regierung wollte die Mails von Edward Snowden

18. März 2016, 11:21
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Name wird durch Fehler der Behörden bestätigt – Service wurde Ende 2013 abgedreht

Als Lavabit Ende 2013 die umgehende Einstellung seines Services verkündete, kam diese Nachricht für viele überraschend. Erst nach und nach wurde klar, wie es zu dem Aus für den Anbieter von verschlüsselter Mail-Kommunikation gekommen war. Die US-Behörden hatten von Lavabit die Unterstützung beim Lesen der Mails eines ihrer Nutzer verlangt. Bei Lavabit lehnte man dies ab, und zog kurzerhand die Notbremse und stellte den gesamten Dienst ein.

Tröpfelnde Informationen

Da diese Anordnung mit einer Geheimhaltungsklausel versehen war, drangen Details zu der ganzen Angelegenheit nur stückweise an die Öffentlichkeit. Bis zuletzt war dabei unbekannt – oder zumindest unbestätigt – wer das Ziel der behördlichen Begehrlichkeiten war. Ein Fehler der US-Behörden liefert nun aber auch dieses fehlende Puzzlestück nach.

Eingabefehler

Eines der zum Fall gehörigen Dokumente wurde jetzt von den Behörden selbst in einer unredigierten Fassung veröffentlicht, wie Wired berichtet. Dieses Versehen bestätigt nun, was viele schon seit langem spekuliert haben: Das Ziel der gerichtlichen Anordnung war der Lavabit-Account von NSA-Whistleblower Edward Snowden.

grafik: us-regierung
Ein Gerichtsdokument

Lavabit-Gründer Ladar Levison hat seit Jahren vor Gericht um die Genehmigung gestritten, die Identität des betroffenen Nutzers nennen zu dürfen. Zumindest dieser Rechtsstreit hat sich damit wohl erledigt. (red, 18.3.2016)

  • Edward Snowden. Wenig überraschend Ziel der Spionage durch US-Behörden.
    foto: apa/afp/lotta hardelin

    Edward Snowden. Wenig überraschend Ziel der Spionage durch US-Behörden.

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