Bereits 46.000 Menschen in Griechenland gestrandet

18. März 2016, 09:55
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Zahl der Ankünfte aus der Türkei steigt wieder – Griechischer Minister vergleicht Idomeni mit KZ Dachau

Athen/Piräus – Nach der Schließung der Balkanroute Richtung Mitteleuropa harren in Griechenland mittlerweile gut 46.000 Flüchtlinge und Migranten aus. Dies teilte der Krisenstab der Regierung in Athen mit. Rund 7.300 von ihnen warteten am Freitag auf Inseln der Ostägäis auf Fähren zum Festland. Rund 13.600 Menschen befanden sich im Raum Athen.

Der Rest, etwa 12.000 Menschen, harrte im improvisierten Lager von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze aus, das ursprünglich für 2.500 Menschen ausgelegt war, oder war in besser organisierten Lagern in Nordgriechenland untergebracht. In Idomeni übernachten sie in der Kälte in kleinen Zelten oder schlafen auf schlammigen Feldern im Freien. Essen und Getränke sind knapp. In den vergangenen Tagen setzte Dauerregen den Flüchtlingen zusätzlich zu. Hilfsorganisationen warnen vor einer Krankheitswelle, die insbesondere für Kinder gefährliche Folgen haben könne.

"Schlag in die Magengrube"

Der griechische Innenminister Panayotis Kouroublis hat die Lage im Flüchtlingscamp in Idomeni mit dem Zuständen in den Konzentrationslagern der Nazis verglichen. "Dies ist ein modernes Dachau, das Ergebnis der Logik der geschlossenen Grenzen", sagte Kouroublis am Freitag vor Reportern bei einem Besuch des Lagers an der Grenze zu Mazedonien. Das Elend zu sehen sei wie ein "Schlag in die Magengrube". Der Minister versprach, die Überwachung und medizinische Versorgung des Lagers zu verbessern.

Unterdessen steigt auch die Zahl der Asylsuchenden, die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen, wieder: Nach Angaben des Krisenstabes haben am zwischen Donnerstagabend und Freitagfrüh 670 Migranten aus der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Am Vortag waren 239 Migranten gekommen. In der griechischen Hafenstadt Piräus kamen am Freitag 640 Migranten von den Inseln Lesbos und Chios an, am Vorabend 450. In Piräus warten in Lagerhallen und in Zelten mittlerweile mehr als 4.500 Menschen. (APA, dpa, 18.3.2016)

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