Heta-Chef warnt vor Insolvenz schon am Freitag

17. März 2016, 21:18
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Spannung vor Entscheid eines deutschen Gerichts

Wien – Der Freitag könnte zu einem Wendepunkt in der Causa Heta werden. Im ersten Prozess einer deutschen Bank gegen den von Österreich verfügten Zahlungsstopp für Altlasten der einstigen Krisenbank Hypo Alpe Adria will das Frankfurter Landgericht eine Entscheidung verkünden – mit womöglich schweren Folgen.

Heta-Chef Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath warnte im Vorfeld vor einer unbeabsichtigten Insolvenz. "Wir befürchten einen durch das Urteil in Gang gesetzten Prozess, der unbeabsichtigt zur Insolvenz der Heta führen kann", sagte er dem deutschen Handelsblatt. Grund ist die "vorläufige Vollstreckbarkeit der Entscheidung des Landgerichts".

Wie der STANDARD bereits berichtete, könnten die obsiegenden Gläubiger also auf Vermögenswerte der Heta zugreifen. In diesem Fall müsste die Abwicklerin FMA einen Insolvenzantrag für die Heta stellen, weil es sonst zu einer Ungleichbehandlung der Gläubiger käme. Für Schoenaich-Carolath wäre das "fatal", weil dann alle schlechter dastehen würden als im Falle einer geordneten Abwicklung.

Streit um Anleihe

Worum geht es in dem Streit: Die FMS Wertmanagement, die "Bad Bank" des Münchner Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE), klagt auf Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro plus Zinsen. Allein in Frankfurt sind in dem Komplex nach Justizangaben bisher zehn Klagen anhängig – mit einer Gesamtforderung von fast 2,3 Milliarden Euro. Die Regierung in Wien hatte zum 1. März 2015 aber die Heta-Abwicklung beschlossen. Heta-Anwälte argumentieren, die Bad Bank sei an österreichische Gesetze gebunden und dürfe daher nicht zahlen.

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