Zornige Verlierer

Einserkastl17. März 2016, 17:07
247 Postings

Die rechtspopulistischen Parteien der westlichen Welt stützen sich auf zornige Männer aus einfacheren Schichten

Donald Trump punktet bei weißen Männern mit niedriger Bildung. Hillary Clinton wird, selbst wenn sie ihn bei den Präsidentenwahlen schlägt, diese Schicht, die einmal durchwegs Anhänger der Demokraten stellte, nicht (zurück)gewinnen können. Die FPÖ ist die größte (männliche) Arbeiterpartei Österreichs. Die Sozialdemokraten haben diese Schicht verloren. Die Wähler der deutschen AfD sind Männer, Mittdreißiger und mindergebildet.

Die rechtspopulistischen Parteien in der westlichen Welt stützen sich überwiegend auf die enttäuschten, zornigen Männer aus den einfacheren Schichten. Und: Viele davon waren schon seit längerem Nichtwähler. Die Rechten (das gilt besonders für die AfD) haben sie aus dieser Verweigerungshaltung geholt.

Die Motive sind recht gut erforscht. Männer aus diesen Schichten sind oft anfällig für autoritäre Lösungen. Sie sind zwar durch den Sozialstaat recht gut abgesichert, haben aber Angst, das zu verlieren – an Flüchtlinge. Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind schlecht, weil ihre Fähigkeiten nicht (mehr) gebraucht werden, aber auch weil sie manche Tätigkeiten einfach nicht ausüben wollen. Das ist das Geheimnis hinter der Überrepräsentation ausländischer Kräfte in manchen Berufen.

Schlechte Aussichten – für die Betroffenen, aber auch für das politische Klima. Fällt der Politik mehr ein, als auch hier auf Abschottung zu setzen? (Hans Rauscher, 17.3.2016)

Share if you care.