Schwimm-Star Jefimowa droht lebenslange Sperre

17. März 2016, 16:38
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Zweiter positiver Dopingtest bei der russischen Weltmeisterin über 100 m Brust

Russlands Schwimmstar Julia Jefimowa droht nach dem zweiten positiven Dopingtest eine lebenslange Sperre. Diesmal wurde die 23-Jährige mit der seit Jahresbeginn verbotenen Substanz Meldonium erwischt. Ihren ersten Dopingfall hatte die viermalige Weltmeisterin noch verharmlosend mit einem Strafzettel im Straßenverkehr verglichen.

Der russische Doping-Skandal hat damit auch wieder den Schwimmsport erreicht, der angesichts der Enthüllungen über systematischen Betrug in der Leichtathletik in den Hintergrund getreten war. In den vergangenen Jahren waren mehr als zwei Dutzend russische Schwimmer positiv getestet worden.

Jefimowa, die 2015 bei der Heim-WM in Kasan Gold über 100 m Brust gewonnen hatte, ist nach Angaben des russischen Schwimmverbandes vom Weltverband FINA wegen "einer möglichen Verletzung der Anti-Doping-Regeln" provisorisch gesperrt worden. Jefimowa trainiert seit fünf Jahren in den USA bei US-Starcoach Dave Salo.

Aber jetzt

Jefimowa war im Oktober 2013 positiv auf das anabole Steroid Dehydroepiandrosteron getestet worden. In einem umstrittenen Urteil beschränkte sich die FINA aber auf 16 Monate Sperre, so dass der Publikumsliebling bei der Heim-WM in Kasan antreten konnte.

Salo reagierte "natürlich enttäuscht" auf die Nachricht aus Russland, dass seine Schwimmerin erneut erwischt wurde. "In den USA wird man regelmäßig kontrolliert, anders als anderswo auf der Welt", sagte der Trainer, der in Los Angeles unter anderem die Olympiasieger Jessica Hardy, Rebecca Soni (beide USA) und Oussama Mellouli (Tunesien) sowie Ungarns Star Katinka Hosszu betreute.

Ein Star

Jefimowa zählte als Weltranglistenerste über 100 m Brust zu den Olympia-Favoriten. Auch über die doppelte Distanz liegt sie als Nummer zwei in der Weltspitze. Nach ihrem ersten Dopingfall hatte sie bereis vier Weltrekorde sowie ihre fünf Medaillen bei der Kurzbahn-EM 2013 verloren.

Jefimowa ist bereits der dritte Topstar des russischen Sports, der mit dem offenbar auf der breiter Basis genutzten Meldonium erwischt wurde. Anfang März machte Russlands Tennisstar Maria Scharapowa öffentlich, dass sie bei den Australian Open im Januar positiv auf Meldonium getestet worden sei. Auch bei Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow war die Substanz festgestellt worden.

Immer wieder Meldonium

In der vergangenen Woche hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA mitgeteilt, dass es bis dahin seit Jahresbeginn 99 Doping-Fälle mit Meldonium gegeben habe. Zudem hatte die WADA angekündigt, nach ihren Recherchen über systematisches Doping in der Leichtathletik andere Sportarten ins Visier zu nehmen.

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin hatte wegen der Meldonium-Fälle scharfe Kritik an den Sportfunktionären seines Landes geübt. Diese hätten die Athleten nicht ausreichend über die Aufnahme der Substanz auf die Verbotsliste informiert. (sid, 17.3.2016)

  • Düstere Zeiten für Julia Jefimowa.
    foto: usa today sports/robert stanton

    Düstere Zeiten für Julia Jefimowa.

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