DS3: Nach der Champagnertaufe

22. März 2016, 14:13
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Die Premiummarke DS erfrischt den Gründer und gliedert ihn optisch in die Familie ein. Der neue DS3 bringt Qualität und aktuelle Technik – und setzt mit dem 208 PS Performance oben einen drauf.

Saint-Tropez – Das schimmert, glänzt und blinkt. Als ob man einen Citroën C3 mit einem mirakulösen Champagner übergossen hätte, der wie bei Cinderella aus einem Kürbis eine Prinzessinnenkutsche macht. Inklusive einer Herde von zugkräftigen Pferden bis zu einer stattlichen Anzahl von 208. Damit landet man beim neuen DS3 Performance, der in 6,5 Sekunden die 100 km/h überspringt.

Glorreiche Zeiten

Solche Rufzeichen sind auch nötig, will man die strikte Markentrennung von Citroën und DS vorantreiben und sie nachdrücklich in die Gehirne der Käufer gravieren. Als das feine Department des PSA-Konzerns (Peugeot / Citroën / DS) mit dem phonetischen Anklang an glorreiche Zeiten, wo ein haifischmäuliges Exemplar zur Gottheit emporstieg.

foto: ds
Mit feinen Manieren und edlem Anspruch fährt der DS3 vor. Mit der Modellpflege findet auch die Konnektivität Einzug in den Kleinen, der sich in nicht weniger als
78 Varianten individualisieren lässt.

Mit dem neuen DS3, der den Weg begann und DS4 und DS5 zeugte, ist eine kleine, feine Familie entstanden, die Designer wie Techniker aufs Äußerste fordert. Und die machen sich mit Eifer über den Kompakten her, ihm die aktuelle Familienähnlichkeit in die Front zu retuschieren.

Dazu kommen Motoren für bessere Performance und Sparsamkeit. Drei Turbo-Benziner bestärken mit erstaunlichen Drehmomenten bei einem Verbrauch von unter fünf Litern die Wahl zum "Motor des Jahres" 2015 und schmiegen sich mit tadellosen Manieren in das edle DS-Konzept. Sie hängen alert am Gas und leisten so ihren Beitrag zum gokart ähnlichen Fahrgefühl, das mit Präzision von Lenkung und Fahrwerk vorbereitet wird. Ein Übriges tun die exzellenten Sitze, die exakte Schaltung und die festgefügte Insgesamtheit hoher Qualität.

foto: ds

Wer will, bekommt zur 110-PS-Version des 3-Zylinders eine neue 6-Gang Automatik, die angeblich schneller und flüssiger schaltet als ein Doppelkupplungsgetriebe, was bei der Testfahrt als angenehm empfunden, aber nicht nachgestoppt wurde.

Fast überflüssig zu erwähnen bleibt der Einzug aktueller Connectivity, da diese Übung von allen Herstellern geturnt wird, hier manifestiert im Screen, der in mitten des Blink-Blinks von hochglanzlackiertem Armaturenbrett und chromberingten Lüftungsdüsen alle digitalen Annehmlichkeiten versammelt. Und dass der DS3 in 78 Individualisierungen variierbar ist, schlägt ins DS-Konzept verfeinerten Stils, dessen überbordender Gestaltungswillen, dem das ganze Auto unterworfen ist, möglicherweise fragwürdig ist. So wie das Cabrio, das wohl den Himmel auftut, aber mit dem Gleitdach nicht das ganze Auto. (Andreas Hochstöger, 22.3.2016)

Nachlese:

DS3: Im Bauch der Pyramide

DS5: Es kann nur eine Göttin geben

2013: Citroën DS3 Cabrio: Eine offenherzige Diva

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DS

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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