Toyota Land Cruiser: Auffi muaß i

24. April 2016, 15:25
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Der Toyota Land Cruiser, seit 65 Jahren Fixgröße im Spitzenfeld echter Geländewagen, hat einen neuen 2,8-Liter-Diesel bekommen. Idealer Anlass, ihn in den Südtiroler Bergen auf Herz und Nieren zu testen.

Bruneck – Wenn der Berg ruft, weil dort, selten genug in diesem Winter, viel Schnee liegt, kann die Entscheidung gar nicht anders sein als hinfahren. Aber wie? Mit Ski und Stock, Koffer, Schuh und Sock im Zug? Natürlich möglich, aber beschwerlich. Und wer bringt dich dann rauf auf die Höh’? Man macht sich so Gedanken.

Facelift

Die Japaner haben auch nachgedacht, wie der Transport im Gelände Menschen schonend vonstattengehen könnte, erstmals in den 1950er Jahren. Jetzt haben sie den Toyota Land Cruiser einem behutsamen Facelift unterzogen und mit neuem Motor auf die Straße gestellt. Und wieder einmal bewahrheitet sich der Spruch: "Je größer der Kofferraum, desto mehr Gepäck nimmst du mit".

foto: günther strobl
Hier ist zu sehen, ein Teil des Zeugs, das der Geländeriese für den Skiausflug unterzubringen hatte.

Der Land Cruiser ist nicht nur ein Geländewagen, der wie ein Schiff daherkommt, er hat auch Platz wie ein solches. So viele Ski und Stöcke kann man zu viert gar nicht mithaben, als dass nicht alles Platz fände in der Lücke zwischen rechtem und linkem Hintersitz, die durch Umklappen des mittleren Rückenlehnenteils entsteht. Neben Skischuhen, Koffern und diversen Mitbringseln lässt sich auch noch die Abendgarderobe knitterfrei verstauen. Man könnte ja nach dem Apres Ski Lust auf ein Dinner haben. In Südtirol würde man sagen: "Luscht af a Marende mit Freinde." Klappte man die ganze Rückenlehne um, passte noch mehr Zeugs rein.

Schnurrendes Zugpferd

Nach Südtirol geht’s also. Das Navi weiß Bescheid und wählt die Autobahn. Der Toyota könnte freilich auch anders. Aber dieses Mal ist nicht der Weg das Ziel, uns zieht es zum Schnee am Berg. Und der liegt 550 km südwestlich von Wien. Der Land Cruiser schnurrt dahin. Rennpferd ist er keines, ein zuverlässiges Zugpferd schon. Dank des aufwendigen 4x4-Systems geht auch bei matschigem oder glattem Untergrund, wie es ihn teilweise auf der Drautal-Bundesstraße gab, etwas voran.

foto: andreas stockinger
Nein, das ist kein modischer, glattgelutschter SUV, sondern ein Geländewagen aus echtem Schrot und Korn.

Der Dreiliter-Diesel-Motor ist auf 2,8 Liter geschrumpft. Dafür gibt es mehr an anderem: Bergabfahr-, Berganfahr- und Stabilitätskontrolle, Spurwechsel-Warner, Tempomat. Selbstredend gibt es auch beim Einfädeln in Parklücken Unterstützung. In der Stadt kann Parken trotzdem zum Pro blem werden. Das Auto ist 4,7 Meter lang und fast zwei Meter breit. Auf dem Land und erst recht am Berg stört das nicht. Dank Sechsgang-Automatik samt Gelände-Untersetzung und permanentem Allradantrieb wühlt sich der große Kraxler aus so gut wie jedem Loch.

foto: andreas stockinger
Links, hinter dem Lenkrad, befindet die Tastatur, in die man greift, bevor man sich mit dem Land Cruiser ins Abseits begibt.

Die Abendrobe haben wir dann doch nicht gebraucht, Jeans und Pullover taten es auch. Fastenzeit hin, Fastenzeit her – die Schlutzkrapfen und die Speckknödel waren herrlich. Der Land Cruiser hat auch nicht gefastet. 87 Liter passen in den Tank, etwas mehr als zwölf Liter wurden verbraucht auf 100 Kilometer. Auf längerer Beobachtungsdistanz waren es laut Bordcomputer 9,7 l / 100 km. (Günther Strobl, 24.4.2016)

Nachlese:

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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