Hände weg vom Steuer? Nicht mit mir

Kolumne21. März 2016, 12:25
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Bis 2020 könnte die Freude am Fahren dem Vorsprung durch Technik weichen.

Dem Lenkrad den Rücken zukehren, nicht nur in sprichwörtlicher Hinsicht – auch der Genfer Salon zeigte, wohin die Reise gehen soll. Ich kann mir nicht helfen, aber es wirkt, als wolle man das Auto völlig neu erfinden – mit herkömmlichen Fahrzeugen haben manche der auf Autosalons gezeigten Studien nicht mehr viel gemein. Zukunftsmusik? Von wegen. Punkto autonomes Fahren steht 2020 als magisches Datum im Raum.

Mobilitätswandel

Klar, man ist hin und weg, wenn Wägen wie Mercedes F 015, Giugiaro Gea oder BMW Vision Next 100 vorgestellt werden, doch schwingt bei manchen bei aller Faszination nostalgische Wehmut mit. Werden Leitsätze wie "Freude am Fahren" komplett durch Slogans wie "Vorsprung durch Technik" ersetzt, nämlich im Zugang zur Mobilität? Sofern sich die Gesetzgebung bei Themen wie autonomes Fahren nicht querlegt, scheint dieser Kurs abgesteckt.

Porsche 911

Der legendäre Ausspruch von Rennfahrerikone Walter Röhrl: "Ein Auto ist für mich ein Körperteil, der mir gehorchen muss" entspricht schon eher meiner Vorstellung: aus Mensch und Maschine eine optimale Einheit bilden. Es hüpft einem das Herz im Leibe, wenn man sieht, dass Porsche, wo dieser Herr für die Feinabstimmung zuständig ist, sich zusätzlich auch der eigenen Wurzeln besinnt: 911 R! Welch ein Präzisionsbolide. Handschaltung! Saugmotor! Das Ideal eines 911ers.

Ginge es nach mir, dürften die aktuellen Megatrends (Vernetzung, autonomes Fahren) ruhig allesamt Vision bleiben – und Porsches obiges Motto Realität werden: Änderung ja, radikale Veränderung nein. (Stephan-Alexander Krenn, 21.3.2016)

  • Der Mercedes-Benz F 015, eines der Vorzeigeautos was autonomes Fahren betrifft.
    foto: reuters

    Der Mercedes-Benz F 015, eines der Vorzeigeautos was autonomes Fahren betrifft.

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