Der Beat als Frühlingsbote

17. März 2016, 15:18
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Smoota live im Wiener Fluc, F*cken Plus im Wiener Werk

Drumcomputer aus der Steinzeit der Popkultur treffen auf hallend-nuschelnden Gesang und noch mehr Lo-Fi-Elektronik, um das Ganze nach reduziertem Funk der siebziger Jahre klingen zu lassen, der es alles andere als eilig hat. Dave Smoota Smiths Soundentwürfe bescherten ihm Qualifizierungen, die den US-Amerikaner als Kreuzung zwischen Barry White und Barry Gibb beschreiben.

Smoota, wie er sich als Solokünstler nennt, erinnert dabei vor allem an den R'n'B-Sänger Timmy Thomas, der als früher Soundtüftler zu Beginn der 1970er einen ganz ähnlichen mechanisch-organischen Rhythmus erzeugte, der dabei ebenso wie Smoota sehr gern die Orgel pfeifen ließ. Das weckt Retro- wie Frühlingsgefühle.

Tourmusiker von TV On The Radio

Und eigentlich ist Dave Smoota Smith kein unbeschriebenes Blatt. Smith ist langjähriger Tourneemusiker der eklektischen New Yorker Sound-Erneuerer TV On The Radio, für die der Multiinstrumentalist Posaune, diverse Tasteninstrumente und mitunter auch den Bass bedient.

Am Freitag gastiert er live im Wiener Fluc im Rahmen der Reihe Command Your Soul, die sich Techno der alten Schulen und ganz generell der prägenden Ära der elektronischen Tanzmusik widmet. An den Plattenspielern stehen die DJs Benedek, Dent und Discjackson, die es BPM-mäßig im menschenfreundlichen Bereich angehen wollen.

Tanzen

Apropos menschenfreundlich, Frühlingsgefühle und Techno: Im Werk in der Spittelau tanzen bei einer weiteren Austragung von F*cken Plus Homos und Heteros, um Stylegebote zu missachten und das Queere ohne Hochglanz zu zelebrieren. Während es am Hauptfloor gehörig böllert, geht es am zweiten Floor mit Pop, R'n'B und trashigem Liedgut zur Sache, was den Klischees wiederum wesentlich näherkommt und eigentlich wie die inhaltliche Beschreibung des Song Contest klingt. (lux, 17.3.2016)

18. 3., Fluc, 21.00

18. 3., Das Werk, 23.00

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