Reifen, Rollwiderstand und Spritverbrauch

Kolumne24. März 2016, 11:44
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Auch Reifenhersteller sind in die Pflicht genommen, den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen zu minimieren. Dabei tut sich ein Spannungsfeld auf.

Der Rollwiderstand von Autoreifen ist nicht unwesentlich am Verbrauch des Fahrzeugs beteiligt. Er wird auch auf dem sogenannten Reifenlabel ausgewiesen und bei den Reifentests der Autofahrerclubs und Konsumentenschützer nachgeprüft. Je nach getesteter Reifendimension und Fahrzeugklasse kommt es durchaus zu Abweichungen von 0,2 bis zu einem halben Liter auf 100 Kilometer.

Wechselwirkungen

Selbstverständlich sind die Reifenhersteller damit in die Pflicht zum CO2-Minimieren eingebunden. Allerdings: Da die verschiedenen Eigenschaften von Reifen (Trockenbremsen, Nassgriff etc.) in starker Wechselwirkung zueinander stehen, kann es vorkommen, dass ein besonders rollwiderstands armer Reifen in seinen Fahreigenschaften höchstens mittelmäßig ist. In diesem Spannungsfeld spielt sich die Reifenentwicklung ab.

Man darf auch nicht vergessen, dass unterschiedliche Fahrbahnbeläge auf den Rollwiderstand mindestens so große Auswirkungen haben wie unterschiedliche Gummimischungen und Profilformen.

Lebensdauer

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Laufleistung und Lebensdauer. Hier kommt es zu noch viel größeren Abweichungen, manche Pneus halten bei ähnlicher Leistungsfähigkeit fast doppelt so lange wie andere, was signifikant in die Kostenkalkulation eingeht, aber auch in die Umweltbilanz. Stichwort Ressourcenverbrauch.

Interessantes Detail am Rande: Manche Billigreifen, die echte Versager bei den Fahreigenschaften sind, bringen oft bei Rollwiderstand und Verschleiß Spitzenergebnisse. Das nennt man dann Budget-Segment. (Rudolf Skarics, 24.3.2016)

  • Ein Reifen kann nicht alles auf einmal. Lange Lebensdauer und guter Grip gehen nicht Hand in Hand.
    foto: guido gluschitsch

    Ein Reifen kann nicht alles auf einmal. Lange Lebensdauer und guter Grip gehen nicht Hand in Hand.

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