Untersuchungsausschuss prüft Polizeieinsatz in Pariser Bataclan

17. März 2016, 13:54
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Abgeordnete besuchten bei islamistischem Anschlag attackierte Konzerthalle

Paris – Rund vier Monate nach den Anschlägen von Paris hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Konzerthalle Bataclan besucht, in der Islamisten 90 Menschen getötet hatten. Insbesondere solle genau der Einsatz der Polizei-Eliteeinheiten an jenem 13. November nachvollzogen werden, sagte der Ausschussvorsitzende Georges Fenech am Donnerstag vor dem Musikclub.

Geprüft werden solle insbesondere, warum zwischen dem Angriff der schwerbewaffneten Islamisten und dem Ende des Polizeieinsatzes rund drei Stunden vergangen seien, sagte der konservative Abgeordnete. "Wir werden chronologisch nachvollziehen, wie der Einsatz abgelaufen ist." Eingeladen wurden deswegen mehrere Polizeivertreter. Um eine "Rekonstruktion" der Tatnacht handle es sich aber nicht; dies sei Aufgabe der Justiz, betonte Fenech.

130 Tote

Islamistische Attentäter hatte am 13. November bei einer Reihe koordinierter Angriffe in Paris und auf die Fußballarena Stade de France in Saint-Denis 130 Menschen getötet. Die meisten Opfer gab es im Bataclan, das während eines Konzerts der US-Rockband Eagles of Death Metal vor 1.500 Zuschauern von drei Islamisten gestürmt wurde.

Die Angreifer feuerten wahllos in die Menge, bevor sie sich mit Geiseln im Obergeschoß des Clubs verschanzten. Erst mehr als zweieinhalb Stunden später konnten Eliteeinheiten der Polizei die Geiselnahme beenden. Regierung und Polizei haben wiederholt betont, wie schwierig und gefährlich der Einsatz gegen die mit Schnellfeuergewehren und Sprengstoffgürteln bewaffneten Selbstmordattentäter war.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss, der Ende Jänner seine Arbeit aufnahm, befasst sich nicht nur mit den Anschlägen vom 13. November. Er soll allgemein die Anti-Terror-Maßnahmen unter die Lupe nehmen, die nach der islamistischen Attacke auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" am 7. Jänner 2015 ergriffen wurden. Der Abschlussbericht soll am 14. Juli vorgelegt werden. (APA, 17.3.2016)

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