Sechs Kandidaten wollen Bundespräsident werden

Video24. März 2016, 09:00
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Bei der Bundespräsidentschaftswahl 2016 werden sechs Namen auf dem Stimmzettel stehen. DER STANDARD stellt die Kandidaten vor

Wien – Sechs Kandidaten werden am 24. April zur Bundespräsidentschaftswahl antreten. Sie haben die nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen gesammelt, einen Wahlvorschlag eingebracht und 3.600 Euro Druckkostenbeitrag gezahlt. DER STANDARD hat die Kandidaten unter anderem gefragt, wem sie einen Orden verleihen würden, wie sie zum Gendern in der Sprache stehen und warum sie besser als die anderen potenziellen Präsidenten sind.

Die Kandidaten im Porträt:

Irmgard Griss, unabhängig

usslar

Irmgard Griss (69) tritt als parteiunabhängige Kandidatin an. Die Juristin wurde in Deutschlandsberg geboren und war seit 1980 als Richterin erst für das Handelsgericht, dann für den Obersten Gerichtshof tätig. Von 2007 bis zu ihrer Pensionierung 2011 war Griss Präsidentin des Obersten Gerichtshofes, von 2010 bis Ende 2013 war sie zudem Präsidentin des Obersten Patent- und Markensenats. Noch einmal in die Öffentlichkeit rückte sie 2014 als Leiterin der Hypo-Untersuchungskommission. Griss ist verheiratet, lebt in Graz und hat drei Stiefkinder und zwei leibliche Kinder. Im Wahlkampf setzt Griss vor allem auf Transparenz, sie veröffentlicht alle Spender auf ihrer Webseite.

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Norbert Hofer, FPÖ

derstandard.at/fischer

Norbert Hofer (45) ist Kandidat der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Der gelernte Flugzeugtechniker wurde in Vorau geboren und wuchs in Pinkafeld auf. Seine politische Karriere startete er vor mehr als 20 Jahren. So war er unter anderem FPÖ-Stadtparteiobmann in Eisenstadt. Im Sommer 2003 zog er sich bei einem Paragleiterunfall schwere Verletzungen zu. Hofer gilt als einer der Chefideologen seiner Partei, seit 2013 ist er Dritter Nationalratspräsident. Der Slogan auf einem seiner Wahlplakate lautet: "Aufstehen für Österreich – Deine Heimat braucht dich jetzt". Hofer ist verheiratet und hat vier Kinder. Sein Hauptwohnsitz ist immer noch im Südburgenland.

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Der STANDARD-Chat am 6. April hat Hofer krankheitsbedingt abgesagt.

Rudolf Hundstorfer, SPÖ

derstandard.at/brugner

Die Nominierung Rudolf Hundstorfers (67) löste eine Regierungsumbildung aus. Bis Jänner 2016 war der rote Gewerkschafter Sozialminister. Davor saß der gelernte Bürokaufmann im Wiener Landtag und war ÖGB-Chef. Hundstorfer ist verheiratet, hat eine Tochter und zwei Stiefkinder. Hundstorfer sieht sich als Mann aus der Mitte der Gesellschaft, sein Slogan lautet "Einer von uns".

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Andreas Khol, ÖVP

derstandard.at/von usslar

Der ÖVP-Kandidat Andreas Khol (74) ist nach Richard Lugner der zweitälteste Bewerber für das Präsidentenamt. Der Jurist wurde im deutschen Bergen geboren und wuchs in Tirol auf. Bevor ihn die ÖVP aus der Kandidatenreserve hob, war Khol Nationalratspräsident und Klubobmann der Schwarzen. Er ist verheiratet, hat sechs Kinder und 15 Enkelkinder. Khol setzt im Wahlkampf auf seine Erfahrung, er will "Österreich stärken".

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Richard Lugner, unabhängiger Kandidat

derstandard.at/von usslar

Gemeinsam mit seiner Frau Cathy will Richard Lugner (83) das "first couple" Österreichs bilden. Bereits 1998 versuchte er eine Kandidatur als Bundespräsident, damals kam er auf 9,9 Prozent der Stimmen. Lugner wurde in Wien geboren, seit 1962 ist er als Baumeister tätig, 1990 wurde das Einkaufszentrum Lugner City eröffnet. Lugner ist vor allem durch seine Auftritte beim Opernball sowie im Privatfernsehen bekannt. Er hat vier Kinder und ist zum fünften Mal verheiratet. Als Bundespräsident würde Lugner keine rot-schwarze Bundesregierung angeloben.

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Alexander Van der Bellen, "unabhängiger" Grüner

usslar

Der Professor tritt an: Alexander Van der Bellen (72) hat lange gezögert, ehe ihn seine Partei, die Grünen, zum unabhängigen Kandidaten kürte. Der Volkswirt unterrichtete an der Uni Innsbruck und Wien. Von 1997 bis 2008 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Den Universitäten blieb er als Universitätsbeauftragter der Stadt Wien treu. Van der Bellen ist zum zweiten Mal verheiratet, aus erster Ehe hat er zwei Söhne.

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(Videos: Sarah Brugner, Christan Fischer, Michael Luger, Maria von Usslar, Grafiken: Wolfram Leitner, Markus Hametner, Redaktion: Marie-Theres Egyed, Sebastian Fellner, Lisa Kogelnik, Peter Mayr, 23.3.2016)

Ausführlicher Fragebogen in schriftlicher Form

Acht Fragen an die Kandidaten

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