Smartlock: NFC-Türschloss ohne eigene Energieversorgung

20. März 2016, 16:01
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Während bisher auf Batterien zurückgegriffen werden musste, holt sich das Smartlock von iLOQ die Energie vom Smartphone.

Traditionelle mechanische Zutritts- und Verriegelungssysteme werden immer mehr von elektronischen abgelöst. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Zum einen ist es schwierig, Zugangsberechtigungen in größeren Gebäuden und Unternehmen zu koordinieren oder zu beschränken, zum anderen können Schlüssel etwa durch 3D-Drucker immer einfacher dupliziert werden.

Tür per NFC öffnen

Elektronische Systeme bieten hier eine Alternative. Near Field Communication-Schlösser (NFC-Schlösser) können individuelle Zugangsberechtigungen vergeben, zudem lassen sich Einstellungen bei Personalwechsel oder beim Verlust des Chips oder Smartphones ohne größere Umstände verändern.

Auch können NFC-Schlüssel nicht einfach nachgemacht werden. Deshalb wird auch im privaten Bereich immer öfter auf diese Zutrittssysteme zurückgegriffen.

Keine Batterien mehr nötig

Versorgt wurden die eingebauten NFC-Schlösser bisher meistens über Batterien, die für viele tausende Entsperr-Vorgänge hielten und dann ausgetauscht werden mussten. Das neue Smartlock des finnischen Unternehmens iLOQ soll auch dieses Problem lösen, berichtete Golem.

Dieses Türschloss kommt nämlich komplett ohne Eigenenergie aus und holt sich den nötigen Bedarf vom entsperrenden Smartphone selbst. Die Energie reicht aber nur dazu aus, die Sperre aufzuheben, die den richtigen Schließmechanismus blockiert. Heißt: Das Smartphone entsperrt zwar das Smartlock, alle mechanischen Vorgänge des Öffnens muss der Benutzer allerdings selbst ausführen.

Verschiedene Sicherheitsstufen

Während ein Energiespeicher den Schließzylinder freigibt, kümmert sich ein zweiter um die Steuerung der Dauer des Entsperrens. Darüber hinaus ist es auch möglich Zeitspannen einzustellen, in denen sich das Schloss öffnen lässt. Dafür muss das Smartphone allerdings eine Internet-Verbindung haben, da im Smartlock keine eigene Uhr eingebaut ist und die Zeit am Smartphone selbst manipulierbar wäre.

Allerdings gibt es auch niedrigere Sicherheitsstufen für den Offline-Betrieb. Das Verwalten der Zugangsbeschränkungen ist dann aber problematisch. Generell sollte man darüber hinaus wohl immer darauf achten, das eigene Smartphone stets aufgeladen zu haben.

Mit dem für das vierte Quartal geplanten Smartlock will iLOQ durch die zentrale Verwaltung und Wartungsfreundlichkeit vor allem Unternehmen ansprechen. Ein Preis wurde noch nicht veröffentlicht. (fps, 20.3.2016)

  • Über NFC soll sich das Smartlock die nötige Energie vom Smartphone holen.
    foto: iloq/screenshot: red

    Über NFC soll sich das Smartlock die nötige Energie vom Smartphone holen.

  • Neben dem Smartphone kann auch ein NFC-Anhänger verwendet werden.
    foto: iloq/screenshot: red

    Neben dem Smartphone kann auch ein NFC-Anhänger verwendet werden.

  • Mechanische Verriegelungssysteme werden vor allem in Betrieben oft von elektronischen abgelöst.
    foto: eric hood / ehstock / istock

    Mechanische Verriegelungssysteme werden vor allem in Betrieben oft von elektronischen abgelöst.

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