Peter Prevc holt 14. Saisonsieg in Planica

17. März 2016, 12:03
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Auch Punkterekord und Saisonpodestplatzierungs-Bestmarke – Hayböck als bester ÖSV-Springer Siebenter

Planica – Der Saison-Dominator setzt seinem herausragenden Auftritt beim Weltcup-Finale die Krone auf. Peter Prevc hat am Donnerstag in der ersten von drei Einzel-Konkurrenzen in Planica nach dem dritten Halbzeitrang den Sprung nach ganz oben geschafft. Prevc gewann 7,5 Zähler vor dem Norweger Johann Andre Forfang und 12,5 vor seinem Landsmann Robert Kranjec.

Weltrekord nicht in Gefahr

Kranjec segelte im zweiten Durchgang zwar zur Tageshöchstweite von 241,5 m, – der Weltrekord war an diesem Tag wegen zu wenig Aufwinds nicht in Gefahr -, die Schlagzeilen gehörten aber dem Überflieger dieser Saison, Peter Prevc.

Der slowenische Weltcup-Gesamtsieger, Skiflug-Weltmeister und Vierschanzen-Tourneesieger hat damit vor rund 30.000 Zuschauern gleich drei Rekorde von Gregor Schlierenzauer geknackt: Den 14. Saisonsieg, den 20. Saison-Podestplatz und die Saison-Punktebestmarke mit nunmehr 2.123 Punkten. Und noch hat Prevc die Chance, beim Saisonkehraus in seiner Heimat alle drei Bestmarken in zwei weiteren Einzel-Konkurrenzen auszubauen.

Mit ermöglicht hat den Rekordsieg am Donnerstag auch Halbzeitleader Severin Freund. Der Deutsche landete im zweiten Durchgang bei nur 216 Metern und fiel noch an die vierte Stelle zurück. Nicht ganz nach Wunsch lief es auch für den noch um den dritten Gesamtrang kämpfenden Oberösterreicher Michael Hayböck. Er musste sich mit Rang sieben begnügen und verlor auf Kenneth Gangnes (5.) wieder wertvolle Punkte.

Hayböck hinter Trainingsleistungen

Gangnes liegt nun 47 Zähler vor Hayböck auf Rang drei, der ÖSV-Adler wird sich in den restlichen Konkurrenzen steigern müssen. Im Training hatte Hayböck mit 233,5 m noch die zweitbeste Weite gezeigt, im Bewerb landete er bei 226,5 und nur 214,5 m.

Zweitbester ÖSV-Mann war Stefan Kraft als Zehnter, die weiteren zwei Österreicher im Finale landeten auf den Rängen 22 (Manuel Poppinger) und 25 (Manuel Fettner). Philipp Aschenwald (34.), Thomas Hofer (41.) und Clemens Aigner (56.) verpassten allesamt das Finale der Top 30.

Nicht vergessen werden soll an seinem besonderen Tag Altstar Noriaki Kasai. Der 43-jährige Japaner trug anlässlich seines 500. Weltcup-Bewerbs die Startnummer 500, landete aber auf dem sehr guten sechsten Rang. Er hätte das Jubiläum schon vergangenen Sonntag in Titisee-Neustadt feiern sollen, dieser Bewerb war jedoch abgesagt worden und wurde nun in Planica nachgetragen.

"Etwas Spezielles"

"Ich bin sehr glücklich, dass es vor diesem tollen Publikum geklappt hat", sagte der 23-jährige Prevc, der auch Skisprung-"Opa" Kasai würdigte: "Er ist eine lebende Skisprung-Legende." Für den Slowenen ist Planica "etwas wirklich Spezielles, vor allem wenn alle unten schreien, wenn mein Name aufgerufen wird. Wenn man gut springt, dann genießt man es einfach."

Die von ihm markierten Rekorde, gibt er vor, beschäftigen ihn hingegen nicht so sehr. "Die bedeuten mir derzeit nichts Besonderes. Ich werde daran denken, wenn ich zurücktrete."

"Die Geschwindigkeit mitnehmen"

Michael Hayböck war "grundsätzlich" mit dem ersten von vier Flugtagen zufrieden. "Der Probedurchgang war sehr cool und hat mir gezeigt, dass mir die Schanze gut taugt. Ich muss schauen, dass ich die Geschwindigkeit hier mitnehme." Das Duell um den dritten Gesamtrang mit Gangnes habe er "schon im Hinterkopf". "Ich werde mitkämpfen, es sind hoffentlich noch zwei lässige Flugtage, aber Kenneth ist ein sehr guter Skiflieger."

Die Leistung von Prevc hat auch ihn beeindruckt. "Man sieht ja auch die Anerkennung der Leute, am Donnerstagvormittag ist das Stadion bummvoll. Man muss das hoch anerkennen, eine unglaubliche Saison, die er springt. Man kann sich nur ein Schäuferl abschneiden, und schauen, dass man sich so hintrainiert, dass man das selbst auch einmal zusammenbringt", hofft Hayböck.

Stefan Kraft war nach Rang zehn nicht ganz zufrieden. "Im ersten Durchgang war ich leider extrem zu spät und beim Skifliegen ist es dann doppelt bitter. Da bremst es dann so, ich habe direkt gemerkt, wie ich immer langsamer werde in der Luft. Es fehlt noch ein bisserl was, für ganz weite Flüge." Normalerweise gelinge es ihm aber, sich von Tag zu Tag zu steigern. (APA; 17.3.2016)

Ergebnis: Skifliegen Planica

Das weitere Programm beim Weltcup-Finale:
Freitag (15.15 Uhr): Einzel
Samstag (10.00) Team
Sonntag (10.00) Einzel

  • Peter Prevc ist das Maß der Skisprung-Dinge.
    foto: apa/afp/seeger

    Peter Prevc ist das Maß der Skisprung-Dinge.

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