Forscher: Internetprobleme stressen Nutzer "wie ein Horrorfilm"

17. März 2016, 10:57
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Netzwerkausrüster Ericsson hat eine neue Studie über physiologische Reaktionen auf langsames Netz veröffentlicht

Es gibt wohl keinen Internetnutzer, der folgendes Szenario nicht kennt: Man klickt auf einen Link zu einem Video, der sich nicht öffnet. Dann läuft das Video doch ab – nur um nach wenigen Sekunden erneut laden zu müssen. Das löst Stress, Wut und Frustration aus, wie Forscher nun nachgewiesen haben. Die physiologische Stressreaktion sei vergleichbar mit dem Ansehen eines Horrorfilms, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Gemessen wurden die Hirnströme, Augenbewegungen sowie der Herzschlag.

Wer ist schuld?

Isolierte Internetprobleme, die einmalig auftreten, erhöhen den Puls um durchschnittlich 38 Prozent, fanden die Forscher heraus. Wird ein Video dann nachgeladen, erhöht sich der allgemeine Stresspegel auf von 19 Prozent auf 34 Prozent. Eine weitere interessante Erkenntnis: Während die Teilnehmer der Studie keine oder mittelschwere Verzögerungen ausschließlich dem Internetprovider zusprachen, begannen sie bei länger dauernden Problemen auch, negativ über den Contentanbieter zu denken. Lädt ein YouTube-Video also länger, schimpfen Nutzer nicht nur über ihren Provider, sondern auch über YouTube.

Besseres Equipment

Die Studie wurde von Netzwerkausrüster Ericsson gesponsert, der natürlich daran interessiert ist, möglichst modernes Equipment zu verkaufen. Nichtsdestotrotz ist langsames Internet nicht nur ein Problem für das Wohlbefinden, sondern auch eine Hürde für die wirtschaftliche Entwicklung des betroffenen Landes. Das zeigen beispielsweise Studien der OECD. (red, 17.3.2016

  • Wenn das Video nicht lädt, haben Nutzer ihr persönliches Horrorerlebnis
    foto: reuters/nicholson

    Wenn das Video nicht lädt, haben Nutzer ihr persönliches Horrorerlebnis

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