Rummenigge fordert Setzliste für Auslosung

17. März 2016, 10:20
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Bayern-Boss: "Ich habe in diesem Achtelfinale Spiele gesehen, da habe ich fast abgeschaltet" – Guardiola darf auf krönenden Bayern-Abschluss hoffen

München – Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League eine Modifizierung der Auslosung gefordert. "Was mir nicht gefällt: Wir sind alle abhängig vom Schicksal. Die Uefa sollte sich überlegen, ob man irgendwann auch mal über Setzlisten nachdenkt", sagte Rummenigge nach dem 4:2 (2:2, 0:2) nach Verlängerung im Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin.

Er habe in der ersten K.-o.-Runde "Spiele gesehen, da habe ich fast abgeschaltet. Und heute fliegt eine Mannschaft raus, die letztes Jahr im Finale war", ergänzte Rummenigge. Das sei "nicht mehr tragbar. Mir reicht es langsam mit dem Schicksal." Man spreche "über Image, Geld, Meriten. Das muss vielleicht irgendwann einmal so gemacht werden, wie es im Tennis oder anderen Sportarten schon gang und gäbe ist."

Auslosung am Freitag

Am Freitag um 12 Uhr findet in der Uefa-Zentrale in Nyon die Auslosung des Viertelfinales statt. Dabei sind alle Duelle möglich. Die Bayern könnten also auf Titelverteidiger FC Barcelona, Real Madrid oder Pep Guardiolas künftigen Klub Manchester City treffen, der erstmals im Viertelfinale steht. Auch ein deutsches Duell mit dem VfL Wolfsburg wäre möglich. Daneben haben sich noch Benfica Lissabon und Paris St. Germain für die Runde der letzten acht qualifiziert.

Kapitän Philipp Lahm betonte, dass er nicht gegen den Ligakonkurrenten spielen wolle. "Es ist kein Wunschkonzert, aber nie schön, wenn zwei deutsche Mannschaften im Europapokal aufeinandertreffen. Da freut sich Deutschland eher über andere Duelle." Was Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking bestätigte: "Die Bayern hätte ich nicht so gerne."

Alaba machte keine gute Figur

Die Bayern sahen sich aus dem Kraftakt gegen Juventus gestärkt hervorgegangen. "Vielleicht schweißt so ein Spiel noch mehr zusammen", sagte Lahm. Torhüter Manuel Neuer hatte gegen Juve wie seine Vorderleute lange Zeit nicht den besten Tag. Nach nicht einmal einer halben Stunde lagen die Italiener 2:0 voran.

David Alaba – er wurde von der "Bild" mit der schlechtestmöglichen Note 6 bedacht – machte bei beiden Toren keine gute Figur. "Ich bin erleichtert, wir alle sind erleichtert. Das Spiel hat nicht so begonnen, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber wir haben an uns geglaubt", sagte der ÖFB-Star nach der Partie.

Gutes Händchen

Der an diesem Abend mit einem guten Händchen ausgestattete Guardiola – er wechselte die Torschützen Thiago Alcantara und Kingsley Coman ein – lobte nach Mitternacht vor allem die "deutsche Mentalität": "Wir haben vier Tore geschossen gegen eine italienische Mannschaft – wow."

Katzenjammer herrschte in Italien. Nach dem Aus des Vorjahresfinalisten wurde vor allem die Leistung des Schiedsrichters kritisiert. Der Schwede Jonas Eriksson hatte Juventus in der ersten Hälfte beim Stand von 1:0 ein reguläres Tor aberkannt. Der "Corriere dello Sport" meinte, Erikssons Auftritt sei "eine Katastrophe" gewesen. "Tuttosport" klagte: "Das ist nicht gerecht."

Stolzer Buffon

Auch die Turiner selbst kritisierten die Leistung des Schirirs, allerdings überwog der Stolz auf die starke Leistung. "Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir gehen mit erhobenem Haupt", sagte Kapitän Gianluigi Buffon. Trainer Massimiliano Allegri klang ähnlich: "Es ist traurig, so auszuscheiden. Wir haben hervorragend gespielt und hätten 3:0 führen können, als die Chancen da waren." (sid, 17.3.2016)

Mannschaften im Viertelfinale:

Bayern München (GER)
VfL Wolfsburg (GER)
Real Madrid (ESP)
FC Barcelona (ESP)
Atletico Madrid (ESP)
Manchester City (ENG)
Paris St. Germain (FRA)
Benfica Lissabon (POR)

  • Karl-Heinz Rummenigge: "Mir reicht es langsam mit dem Schicksal."
    foto: apa/ap/schrader

    Karl-Heinz Rummenigge: "Mir reicht es langsam mit dem Schicksal."

  • Ende gut, alles gut, zumindest für den FC Bayern.
    foto: apa/afp/schwarz

    Ende gut, alles gut, zumindest für den FC Bayern.

  • Thomas Müller griff nach dem Spiel zum Megaphon.
    foto: apa/afp/andersen

    Thomas Müller griff nach dem Spiel zum Megaphon.

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