Inflation schlägt im Skiurlaub auf den Magen

17. März 2016, 17:21
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Gastronomie- und Hotelpreise trieben die Inflation, aber niedrige Treibstoffpreise wirkten massiv dagegen. Wohnen, Wasser und Energie blieben relativ stabil

Wien – Im Februar im Skiurlaub regelmäßig beim Wirt eingekehrt zu sein erweist sich rückblickend als finanzielles Bummerl. Zumindest aus Sicht der Statistik Austria: Die Bewirtung verteuerte sich im Jahresabstand um 3,8 Prozent. Für die Beherbergung musste um 4,1 Prozent mehr berappt werden. Zumindest die Fahrt ins Urlaubsdomizil dürfte das Budget entlastet haben: Sprit wirkte weiterhin als stärkster Preisdämpfer. Ihn gab es zuletzt um mehr als 13 Prozent günstiger als im Jahr zuvor.

Den schwarzen Peter lässt sich die Hotellerie aber nicht zuschieben. Dass die Statistik in der Branche nach oben ausschlägt, erklärt Michaela Reitterer, Präsidentin der Hoteliervereinigung, mit Niederländern und Deutschen. Denn gemeinsam mit den Österreichern hätten sich ihre Ferien heuer auf Februar konzentriert. "Es geht um Angebot und Nachfrage", ergänzt Rainer Ribing von der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer. Im Mai sehe die Sache wieder ganz anders aus.

Im Neun-Jahres-Vergleich liege die Beherbergung im Übrigen klar unter der generellen Inflation in Österreich. Anders die Gastronomie: Ihre Preise heizten die Teuerung auch im Langzeitvergleich an – was sich bis zu einem gewissen Grad mit teureren Lebensmitteln, Pachten und Auflagen erklären lässt. Alles in allem sank die Inflationsrate im Februar von 1,2 Prozent im Jänner auf ein Prozent. In der EU verbucht Österreich damit die zweithöchste Teuerung.

Auch im Euroraum zählen Restaurants und Cafés zu den Preistreibern, während Treibstoffe den Sprung bergauf bremsten.

Über welche Daten man sonst noch stolpert: Bei Brillengläsern etwa gab es im Februar im Vergleich zu Jänner einen Ausreißer von 9,6 Prozent nach oben. Was die Optikerbranche an der Aussagekraft von Statistiken zweifeln lässt: Angesichts zwei Millionen verschiedener Glasvariationen seriöse Preisvergleiche anzustellen sei fast unmöglich, so ihr Tenor. 2015 kostete eine Brille jedenfalls im Schnitt 294 Euro – ein wenig mehr als in den Vorjahren, aber ein bisserl weniger als 2011. (vk)

  • Die Preise in der Gastronomie und Hotellerie zogen deutlich an
    foto: apa/jäger

    Die Preise in der Gastronomie und Hotellerie zogen deutlich an

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