Bayern nach Kraftakt gegen Juventus im Viertelfinale

17. März 2016, 00:01
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Nach 0:2-Rückstand werden die Italiener nach Verlängerung mit 4:2 bezwungen – Für Arsenal nach 1:3 in Barcelona zum sechsten Mal hintereinander im Achtelfinale Endstation

München/Barcelona – Mit einem Kraftakt hat Bayern München am Mittwoch gegen Juventus Turin den Einzug ins Viertelfinale der Champions League geschafft. Die Elf von Josep Guardiola, die in der 73. Minute noch mit 0:2 zurückgelegen war, ging schließlich nach Verlängerung als 4:2-Sieger vom Platz. Das 2:2 durch Thomas Müller, das den Nachschlag erst möglich machte, fiel erst in der 91. Minute.

Juventus schien nach dem 2:2 im Hinspiel und Treffern von Paul Pogba (5.) und Juan Cuadrado (28.) fast schon am Ziel, als Robert Lewandowski (73.) und Müller (91.) die Wende einleiteten. Thiago Alcantara (108.) und Kingsley Coman (110.) machten schließlich alles klar.

Der "gewaltige Kampf", den Juve-Verteidiger Leonardo Bonucci prophezeit hatte, begann für die Bayern katastrophal. In der fünften Minute hatte erst Alaba auf der rechten Seite im Duell mit Lichtsteiner das Nachsehen, Goalie Manuel Neuer kam gleichzeitig etwas unmotiviert aus seinem Tor, und Pogba verwertete den Querpass aus rund 15 Metern problemlos. Nach einer halben Stunde verlor Alaba am gegnerischen Sechzehner den Ball, Alvaro Morata machte sich auf den Weg zu einem herrlichen Solo über das gesamte Feld und bediente Cuadrado, der Lahm vernaschte und in aller Ruhe einschoss (28.). Juve überraschte mit einer gar nicht italienischen Taktik und attackierte die Münchner schon weit in deren Hälfte.

Bayern einfallslos

Es war symptomatisch für die zwar mit viel Ballbesitz, aber einfallslos agierenden Bayern, dass sie vor der Pause nur eine große Chance durch Thomas Müller vorfanden. Der scheiterte aus wenigen Metern an Giuanluigi Buffon (42.). Das brandgefährliche Juve hätte noch in der ersten Hälfte erhöhen können. Denn nach Neuers verunglücktem Klärungsversuch hatte Morata eigentlich regelkonform getroffen – doch der Unparteiische entschied auf Abseits (22.). Kurz vor der Pause machte Neuer seinen Patzer gut, warf sich Cuadrado erfolgreich entgegen (44.).

In der zweiten Hälfte änderte sich wenig. So vergab Morata innerhalb von drei Minuten drei Möglichkeiten zur Entscheidung (56., 57., 58.), bei der ersten war es neuerlich Alaba, der gegen den robusten Offensivmann nichts ausrichten konnte. Bayern fiel weiter wenig ein, Juve sah wie der sichere Sieger aus. Doch mit Lewandowskis Köpfler nach Flanke von Douglas Costa (73.) kam noch einmal Bewegung in die Partie.

Wenige Sekunden nach Beginn der Nachspielzeit belohnte dann Müller nach Hereingabe des eingewechselten Coman die Schlussoffensive und brachte sein Team in die Verlängerung. In der hektischen Zugabe war Bayern von Beginn an dem dritten Tor näher. Mit neuem Selbstbewusstsein bestimmte das Team die letzten 30 Minuten. Erst vollendete Thiago einen Doppelpass mit Müller ins rechte Eck, kurz darauf legte Juventus-Leihgabe Coman sogar den vierten Treffer nach.

Neymar, Suarez, Messi

In Barcelona brannte wie erwartet nichts an. Der Titelverteidiger fertigte Arsenal mit 3:1 ab, jeder aus dem wunderbaren Trio Neymar (18.), Luis Suarez (65.) und Lionel Messi (88.) schrieb einmal an. Etwaige Hoffnungen der Engländer, das 0:2 aus dem Hinspiel noch aufholen zu können, lebten genau 18 Minuten lang. Dann verloren die Gäste in der Vorwärtsbewegung den Ball, Suarez bediente Neymar, und der schoss souverän zu seinem dritten Tor in der laufenden Saison ein.

Der Ausgleich durch Mohammed Elneny kurz nach der Pause (51.) war zwar nicht unverdient, Substanzielles bedeutete er jedoch nicht. Suarez brachte mit einem herrlichen Seitfallzieher (65.) Barcelona wieder in Führung und endgültig zum neunten Mal in Folge ins Viertelfinale. Im Finish schraubte dann Messi sein Konto auf 83 CL-Treffer (88.). (APA, sid, red, 16.3.2016)

Champions League, Achtelfinale-Rückspiele, Mittwoch

FC Bayern München – Juventus Turin 4:2 n. V. (0:2)
Tore: Lewandowski (73.), Müller (91.), Thiago (108.), Coman (110.) bzw. Pogba (5.), Cuadrado (28.)

Hinspiel 2:2, Bayern mit Gesamtscore von 6:4 im Viertelfinale

München: Neuer – Lahm, Kimmich, Benatia (46. Bernat), Alaba – Alonso (60. Coman) – Thomas Müller, Vidal – Costa, Ribery (101. Thiago) – Lewandowski. – Trainer: Guardiola

Turin: Buffon – Lichtsteiner, Barzagli, Bonucci, Evra – Khedira (68. Sturaro), Pogba – Cuadrado (89. Pereyra), Alex Sandro – Morata (72. Mandzukic), Hernanes. – Trainer: Allegri

FC Barcelona – Arsenal 3:1 (1:0)
Tore: Neymar (18.), Suarez (65.), Messi (88.) bzw. Elneny (51)

Hinspiel 2:0, Barcelona mit Gesamtscore von 5:1 im Viertelfinale

Ebenfalls im Viertelfinale: Real Madrid, VfL Wolfsburg, Paris St. Germain, Benfica Lissabon, Atletico Madrid, Manchester City

Auslosung des Viertelfinales am Freitag ab 12 Uhr in Nyon

  • Das 4:2 des eingewechselten Thiago entschied eine aufregende Partie in München endgültig zugunsten der Bayern.
    foto: afp/schwarz

    Das 4:2 des eingewechselten Thiago entschied eine aufregende Partie in München endgültig zugunsten der Bayern.

  • Für Juventus sah es zwischenzeitlich bestens aus: Juan Cuadrado schloss einen herrlichen Konter zum 2:0 ab.
    foto: afp/schwarz

    Für Juventus sah es zwischenzeitlich bestens aus: Juan Cuadrado schloss einen herrlichen Konter zum 2:0 ab.

  • Arsène Wengers Arsenal: zum sechsten Mal in Serie Ende im Achtelfinale.
    foto: reuters/recine

    Arsène Wengers Arsenal: zum sechsten Mal in Serie Ende im Achtelfinale.

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