Schweizer Uhren-Branche sieht keine Gefahr durch Smartwatches

16. März 2016, 17:47
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Auf der größten Fachmesse Baselworld zelebriert die Uhren-Industrie den Luxus

Die Schweizer Uhren-Industrie sieht Smartwatches weiterhin nicht als Konkurrenz für ihr Kerngeschäft. Computer-Uhren hätten bisher nicht den erwarteten Erfolg gehabt und sie veralteten schnell, sagte der Vorsitzende der Schweizer Aussteller bei der führenden Branchenmesse Baselworld, François Thiebaud, am Mittwoch.

"Viele junge Leute interessieren sich für sie, aber später werden sie eine Schweizer Uhr haben wollen." Die Ausfuhren der Schweizer Uhrenindustrie gingen im vergangenen Jahr zurück, um 1,6 Prozent auf rund 28,1 Millionen Armbanduhren. Die Erlöse schrumpften nach aktuellen Zahlen um 3,3 Prozent auf 21,5 Mrd. Franken (19,6 Mrd. Euro).

Wirtschaftliche Situation als Grund

Der Grund für die Rückgänge sei aber nicht die Konkurrenz von Computeruhren gewesen, sondern die wirtschaftliche Situation, sagte Thiebaud vor Beginn der Messe in Basel. Der Swatch-Manager, der unter anderem die Nobelmarke Tissot verantwortet, verwies auf die Börsenturbulenzen in China und die Folgen der Terroranschläge von Paris für den Tourismus. Außerdem seien die Exporterlöse immer noch um mehr als 60 Prozent höher gewesen als 2009, betonte er. Und damals exportierte die Branche nur 21,7 Millionen Uhren – die Finanzkrise nach den heftigen Turbulenzen am US-Immobilienmarkt hatte für einen Einbruch von über 16 Prozent gesorgt.

Zugleich machen detaillierte Zahlen deutlich, dass die Schweizer Hersteller im Preissegment 200 bis 500 Franken, in das auch viele Smartwatches fallen, deutlich stärker an Boden verlieren. Der Absatz fiel im vergangenen Jahr um fast ein Zehntel. In dem sehr breit gefassten Marktsegment von 500 bis 3.000 Franken war es ein Rückgang von fast vier Prozent.

Asien als wichtigster Markt

Ziemlich genau die Hälfte der Schweizer Uhren-Exporte geht nach Asien – das erklärt auch, warum der Abschwung in China merklich durchschlägt. Die Verkäufe nach Hongkong brachen im vergangenen Jahr um fast 23 Prozent auf 3,2 Mrd. Franken ein und im chinesischen Kernmarkt um 4,7 Prozent auf 1,3 Mrd. Franken. Zweitwichtigster Markt sind die USA mit einem Exportvolumen von 2,4 Mrd. Franken, hier blieben die Erlöse mit einem Minus von 0,8 Prozent weitgehend stabil.

Dieses Jahr begann für die Branche noch einmal schlechter mit einem Rückgang von fast acht Prozent. Ab dem zweiten Vierteljahr dürfte es wieder besser laufen, versicherte Thiebaud. Baselworld-Chefin Sylvie Ritter sagte, fast alle Aussteller seien trotz der schwierigen Branchenlage zur Messe zurückgekehrt, auch wenn die Situation vor allem für kleinere Unternehmen schwierig sei.

Den Großteil ihrer Erlöse macht die Uhren-Branche mit den teuren Modellen von Edelmarken, die Zehntausende Euro kosten können. Bei billigen Alltagsuhren dominieren hingegen Volumenhersteller den Markt. Und diese stellen sich auf den Trend zu vernetzten Mini-Computern am Handgelenk ein. Der Markt von Wearables-Geräten am Handgelenk könne in drei bis fünf Jahren 35 oder 45 Milliarden Dollar schwer sein, sagte der Chefstratege des Großanbieters Fossil, Greg McKelvey, dem "Wall Street Journal". Fossil steht hinter einer breiten Palette von Uhren-Marken wie Adidas, Burberry, DKNY oder Michael Kors und setzt massiv auf Smartwatches und Fitness-Tracker. (APA, 16.3.2016)

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