Frau Sisyphos

Einserkastl16. März 2016, 17:25
74 Postings

Eine gesamteuropäische Lösung ist notwendig, um die Flüchtlingsbewegung unter Kontrolle zu bringen

Der Blick der "Frau Sisyphos": Die 70-jährige freiwillige Helferin Eva Quistorp arbeitet in Berlin in einem Flüchtlingsheim und gesteht in einer Berichtfolge in der Welt ein: "Das Gefühl bricht auch bei mir durch: Die Welt ist aus den Fugen. Es muss ein Ende des Flüchtlingsstromes absehbar sein, sonst kommt einem jede Arbeit an der Integration vergeblich vor."

Individuelles Gefühl oder eine objektivierbare Tatsachenbeschreibung? Wahrscheinlich Letzteres, weil sowohl die materiellen wie die politischen Ressourcen ausgehen. Das heißt immer noch nicht, dass die Parole "Grenzen dicht und sonst nichts" eine Lösung wäre. Es heißt nach wie vor, dass eine gesamteuropäische Lösung notwendig ist.

Es heißt, dass man dringend die "wilde" Flüchtlingsbewegung mit einer gemeinsamen Anstrengung unter Kontrolle bringen muss – in der Ägäis, an der mazedonischen Grenze in Idomeni, an anderen Brennpunkten. Auch mit Information bezüglich falscher Hoffnungen. Helferin Quistorp: "Auch viele Flüchtlinge kämpfen damit, dass sie Illusionen erlagen, Schleppern und Facebook geglaubt haben."

Sie gibt noch einen Hinweis: Unter den Ehrenamtlichen seien auch "Linksradikale von Refugees Welcome, die die Schuld an den Krisen der Welt nur dem Westen und 'dem Kapitalismus' geben". Wie war das genau mit den Flugblättern, die zum Ausbruch aus dem Lager in Idomeni aufforderten? (Hans Rauscher, 16.3.2016)

Share if you care.