Iran zu Raketentests: Stärken unsere Verteidigungskapazität

16. März 2016, 17:15
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Innenminister Fazli bezeichnet die vor allem von Israel und den USA kritisierten Tests als international rechtmäßig

Wien – Die aktuellen iranischen Raketentests seien nichts anderes als eine Überprüfung und Stärkung der eigenen Verteidigungsfähigkeit; sie stünden nicht in Widerspruch mit dem im Vorjahr in Wien getroffenen Atomdeal – das sagte der iranische Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli am Dienstag in Wien zu Journalisten: "Jeden Tag werden wir mit Drohungen konfrontiert. Bei allem Respekt: Der Iran behält sich das Recht vor, auf solche Bedrohungen zu antworten."

Iranische Agenturmeldungen, denen zufolge zwei dieser Raketen die Aufschrift "Israel muss ausgelöscht werden" trugen, kommentierte Fazli: "Das war Teil unserer Antwort." Eine Befassung des Uno-Sicherheitsrates mit den jüngsten Raketentests sei nicht zweckmäßig: Man agiere "im Rahmen internationaler Regeln".

Syrien-Konflikt muss von Syrern gelöst werden

In Bezug auf den Krieg in Syrien wiederholte Fazli die Position Teherans: "Unser Standpunkt ist ziemlich klar. Die Probleme in Syrien müssen von Syrien selbst gelöst werden." Äußeren Einfluss dürfe es nur in Form von Beobachtern geben. "Um Frieden erreichen zu können, müssen externe Kräfte so weit wie möglich minimiert werden." Vor allem Terroristen dürften nicht unterstützt werden, weder finanziell noch durch Ausrüstung, Ausbildung oder sonstige Maßnahmen – und, ohne die Türkei beim Namen zu nennen: "Auch nicht dadurch, dass man ihnen ermöglicht, über die eigene Grenze nach Syrien zu gelangen."

Die Parlamentswahlen im Februar wertete der iranische Innenminister als "Stärkung der Säulen der Demokratie". Die Kräfteverhältnisse zwischen konservativen, moderaten und reformorientierten Interessen bezeichnete er als ausgewogen.

"Österreich ist Priorität" für Teheran

In der Folge des Atomdeals und des Prozesses zur Aufhebung der teils jahrzehntelangen Sanktionen sei der Iran dabei, gute internationale Wirtschaftskontakte zu knüpfen – bevorzugt mit Partnern, die das Land schon früher unterstützt hätten. Zu Wien habe Teheran immer gute Beziehungen gepflegt. "Österreich ist eine Priorität für uns", so Fazli. (gian, 16.3.2016)

  • Wenige Tage vor dem Wien-Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani (re., während der Palamentswahl im Februar) war dessen Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli (li.) in Österreich.
    foto: reuters/raheb homavandi/tima

    Wenige Tage vor dem Wien-Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani (re., während der Palamentswahl im Februar) war dessen Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli (li.) in Österreich.

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