Zivilprozess gegen Fiona Grasser in Spendenstreit beendet

16. März 2016, 19:13
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Der Veranstalter des Wiener Tierballs hatte die ehemalige Schirmherrin auf Rechnungsoffenlegung geklagt, das Urteil ergeht schriftlich

Innsbruck – Der Zivilprozess im Streit um Spendengelder nach dem ersten Wiener Tierball im Jahr 2012 gegen Fiona Pacifico Griffini-Grasser ist Mittwochabend am Landesgericht Innsbruck zu Ende gegangen. Eine Einigung, wie vom Richter angestrebt, erfolgte nicht, das Urteil ergeht schriftlich. Der Veranstalter des Tierballs hatte seine ehemalige Schirmherrin auf Rechnungsoffenlegung geklagt.

Fiona Grasser hatte 50.000 Euro vom Unternehmen Swarovski lukriert und weitere rund 25.000 Euro bei Prominenten gesammelt. Während die 50.000 Euro den vorgesehenen Tierschutzvereinen zugeflossen waren, war der Verbleib von den rund 25.000 Euro vorerst offen. Fiona Grasser konnte jedoch bereits am ersten Verhandlungstag belegen, dass die Gelder direkt an Tierschutzorganisationen geflossen waren. Veranstalterin Brigitte Martzak behauptete aber, dass die Spenden laut einer Vereinbarung mit Fiona Grasser an ihren Verein hätten fließen müssen, um sie auch zur Aufwandsabdeckung heranziehen zu können.

Der zweite Verhandlungstag drehte sich nun darum, ob es eine derartige Vereinbarung gegeben hatte oder nicht. "Selbstverständlich war ausgemacht, dass alles über unsere Konten geht", behauptete Martzak. "Man wollte uns aber wirtschaftlich und imagemäßig ruinieren", fügte die Klägerin hinzu. Fiona Grasser hätte die Schirmherrschaft für den Ball überhaupt nur übernommen, um wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu kommen. "Nach den Turbulenzen um ihren Gatten hatte sie sich nämlich zurückgezogen", meinte Martzak.

Laut Fiona Grasser hat es jedoch weder eine schriftliche, noch eine mündliche Abmachung bezüglich der Spendengelder gegeben. "Ich wollte nur Gutes tun. Mir ist immer wichtig, dass das Geld bei den Organisationen ankommt", so die Beklagte. Sie selber habe keine Gelder gesammelt, sondern lediglich Spender aufgetrieben. Über ihr eigenes Konto seien keine Gelder geflossen, fügte Fiona Grasser hinzu.

Der als Zeuge geladene Gatte der Beklagten und ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser gab ebenfalls an, dass es niemals eine Vereinbarung gegeben habe. "Wenn meine Frau so etwas macht, legt sie im Regelfall selbst fest, wo die Gelder hingehen", meinte Grasser. Zur Aufwandsentschädigung für die Organisatorin seien die Spenden jedenfalls nicht gedacht gewesen. "Ich hatte den Eindruck, dass sich Frau Martzak persönlich bereichern will", fügte er hinzu.

Lediglich einer von sechs geladenen Zeugen meinte, dass sehr wohl vor dem Tierball mit Fiona Grasser besprochen worden war, dass die Spenden an den Verein von Martzak gehen sollen. "Außerdem wurde auch besprochen, dass von den Spenden unter anderem auch die Aufwände bezahlt werden sollen", sagte der als Zeuge geladene Schriftführer des Vereins der Klägerin. (APA, 16.3.2016)

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