Jan Josef Liefers in der "ZiB 24": Guter Schmäh ohne Münster

16. März 2016, 16:53
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Der deutsche Schauspieler wird allzu oft mit dem Münster-"Tatort" in Verbindung gebracht

Die ZiB 24 im ORF kann manchmal nicht nur lehrreich, sondern auch recht lustig sein. Vor allem dann, wenn Jan Josef Liefers bei Lisa Gadenstätter zu Gast ist. Der Schauspieler wird ja allzu oft mit dem Münster-Tatort in Verbindung gebracht. Dieser Pathologen-Blödelschmäh dort und auch seine Werbung für goldene Küsschen bleiben hängen. Das ist schade. Denn der Mann hat in echt einen viel besseren Schmäh. Immerhin hat er seine erste Gitarre aus dem Bett seiner Großmutter gebastelt – quasi der ungewöhnliche Auftakt für seine musikalische Karriere.

Freilich nutzt er die Infosendung, um seine Band Radio Doria und seine Tournee zu bewerben. Ist ja auch okay. Er macht das recht geschickt, bringt dort vor allem sein gesellschaftspolitisches Engagement sympathisch und leise unter. Von diesem Understatement könnte sich ein anderer Tatort-Kommissar nicht nur ein Scheibchen abschneiden, der oft viel zu laut für sich und seinen Einsatz für Arme trommelt. Liefers war vor drei Jahren in Aleppo in Syrien. Dort hat er schon damals die Apokalypse gesehen, wie er sagt, und wundert sich, dass die Politik überrascht war, als sich viele Flüchtlinge auf den Weg nach Europa machten.

"Wenn du nicht zum Problem gehst, kommt das Problem zu dir", sagt er. Und in Richtung deutsche Politik: "Wir predigen Frieden, sind aber der drittgrößte Waffenexporteur." Momentan sei keine Zeit für Vernunft, das komische Bauchgefühl sei stärker als alles andere. Darum auch das zweistellige Wahlergebnis der AfD. Aber das wird sich auch wieder regulieren.

Danke, dieser Optimismus tut in Zeiten wie diesen gut. Dafür sei auch der nächste schlechte Schmäh im Münster-Tatort verziehen. (Astrid Ebenführer, 16.3.2016)

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    foto: orftvthek screenshot
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