Flüchtlingskrise und Anschläge sorgen für Tourismusboom in Spanien

16. März 2016, 15:03
17 Postings

Flüchtlingskrise, Anschläge und Terrorwarnungen hinterlassen ihre Spuren bei der Reiseplanung. Vor allem Spanien erlebt aktuell einen Boom, Bulgarien profitert ebenfalls

Flüchtlingskrise, Anschläge und Terrorwarnungen hinterlassen ihre Spuren bei der Reiseplanung. "Wir registrieren weniger Buchungen für türkische und ägyptische Ziele. Tunesien ist von der touristischen Landkarte verschwunden", stellt Verkehrsbüro Group-Vorstand Helga Freund vom größten österreichischen Tourismuskonzern fest. Ausweichziele sind Spanien mit seinen traditionellen Zielen Mallorca, Gran Canaria und Fuerteventura. Dort werden die Kapazitäten in Unterkünften allerdings schön langsam knapp.

Mit dem Mietauto durch Spanien

Krisen rund ums östliche Mittelmeer sorgen auch beim Autovermieter Sixt für glänzende Geschäfte in Spanien. "Zynischerweise brachten uns die Probleme in Syrien ein Rekordjahr für Spanien, und wir erwarten das auch für dieses Jahr", sagte Vorstandschef Erich Sixt am Dienstag in München. Weil in Griechenland viele Flüchtlinge aus dem Nahen Osten ankommen, meiden Reisende aus Deutschland das bisher beliebte Ferienziel. Die Buchungen für die Türkei brachen nach den Bombenanschlägen ein. Statt für Länder im östlichen Mittelmeerraum entscheiden sich viele Urlauber für Spanien – und dort für einen Mietwagen.

Hotelpreise ziehen an

Eine Nebenwirkung des Spanien-Booms: "Bei den Hotels gibt es ziemliche Preissprünge. Die Nebenkosten ziehen preislich an. Da wird es für Familien beim geplanten Urlaubsbudget eng", sagt Helga Freund. Die Kapazitäten in Italien, Kroatien und mit All-Inclusive-Produkten an der Schwarzmeerküste in Bulgarien wurden deshalb bereits aufgestockt. Derzeit beträgt das Buchungsplus für Bulgarien bei Ruefa schon 76 Prozent. In absoluten Zahlen ist Spanien freilich viel stärker nachgefragt. (saum, APA, 16.3.2016)

  • Nach den jüngsten Anschläge in der Türkei und wegen der Flüchtlingskrise auf griechischen Inseln ziehen Badeurlauber weiter. Derzeit besonders häufig auf spanische Strände.
    foto: reuters / jon nazca

    Nach den jüngsten Anschläge in der Türkei und wegen der Flüchtlingskrise auf griechischen Inseln ziehen Badeurlauber weiter. Derzeit besonders häufig auf spanische Strände.

Share if you care.