Doppelspitze für das Mak

16. März 2016, 14:32
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Der Vertrag von Mak-Direktor Christoph Thun-Hohenstein wird um fünf Jahre verlängert. Teresa Mitterlehner-Marchesani wird kaufmännische Geschäftsführerin

Wien – Flüchtlingskrise; Koalitionsstreitereien; der leck gewordene, an sich geheime Rechnungshof-Vorbericht: Gewiss nicht jeder Pressetermin dieser Tage beschert dem Kultur- und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer Glücksgefühle. Der in der Säulenhalle des Museums für angewandte Kunst (Mak) inmitten der Happy Show von Stefan Sagmeister schon. Und zwar auf der Glücksskala nach Sagmeister von eins bis zehn: zehn.

Auch Mak-Direktor Christoph Thun-Hohenstein (56), dessen erste Amtsperiode im August zu Ende geht, beziffert sein Glück mit der Höchstzahl zehn. Anlass: Thun-Hohensteins Vertrag als wissenschaftlicher Geschäftsführer wird – erwartungsgemäß – um weitere fünf Jahre verlängert.

Vermutlich schlägt auch der Glückspegel bei Teresa Mitterlehner-Marchesani Richtung zehn aus: Denn sie wird die neue (und erste) kaufmännische Geschäftsführerin des Mak. Und nicht zuletzt scheint die Belegschaft happy: Jedenfalls quittierte sie Thun-Hohensteins Verlängerung und die Berufung Mitterlehner-Marchesanis mit Applaus. Mit dieser Bestellung, so der Minister, werde das Vieraugenprinzip in Bundesmuseen und -theatern konsequent umgesetzt. Bis zum Sommer sollen im Ministerium auch die (vom Rechnungshof eingeforderten) Rahmenzielvereinbarungen und gemeinsame Bilanzierungsvorgaben für die Museen ausgearbeitet werden.

Eine Findungskommission unter Leitung des Mak-Kuratoriumsvorsitzenden Johannes Sereinig sortierte von zehn Bewerberinnen und Bewerbern für den wissenschaftlichen Bereich (darunter drei Nichtösterreicher) drei für ein Hearing aus. Für den kaufmännischen Bereich gab es 19 Anwärter, sechs wurden zum Hearing geladen.

Rahmenbedingungen

Die studierte Betriebswirtin Mitterlehner-Marchesani (47) leitet seit 2012 die Marketing- und Kommunikationsabteilung des Wien-Museums. Davor war sie als Prokuristin und stellvertretende Direktorin mit den kaufmännischen Agenden des Belvedere befasst. Ihre Karriere begann sie allerdings im Bankwesen, später wechselte sie in die Medien- und Verlagsbranche und arbeitete schließlich in einer international tätigen Unternehmensberatungsfirma.

Thun-Hohenstein betonte, "auf meiner erfolgreichen Arbeit" aufbauen zu wollen, und gab einen Kürzestüberblick über künftige Projekte: Kooperationen mit nationalen und internationalen Häusern; Beauty Show, ein weiteres Sagmeister-Projekt, drei Biennalen. Und falls es gelinge, die nötigen Sponsorengelder aufzutreiben, solle es im Mak auch internationale Modeausstellungen geben.

Die neue kaufmännische Geschäftsführerin blieb – noch – äußerst vage. Sie sehe ihre Funktion darin, organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen für die Museumsarbeit durch Steigerung der Eigenerlöse – "Ticketing, Shop, Fundraising" – zu schaffen. Auch im EU-Förderungsbereich sei noch Luft nach oben.

Gefragt, ob sie mit der Basisabgeltung ihr Auslangen finden werde, bat sie um Einarbeitungszeit. (Dass Thun-Hohenstein angeblich als einziger Museumsdirektor beim Minister nicht um eine Erhöhung derselben anstellig wurde, wird seiner Verlängerung vermutlich nicht abträglich gewesen sein.) (Andrea Schurian, 16.3.2016)

  • Happy Show: Kanzleramts- und Kulturminister Josef Ostermayer (links) ist glücklich, weil er dem Mak ab September eine Doppelspitze verpasst. Teresa Mitterlehner-Marchesani ist die neue kaufmännische Säule der Geschäftsführung. Christoph Thun-Hohenstein bleibt wissenschaftlich-künstlerischer Chef des Hauses.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Happy Show: Kanzleramts- und Kulturminister Josef Ostermayer (links) ist glücklich, weil er dem Mak ab September eine Doppelspitze verpasst. Teresa Mitterlehner-Marchesani ist die neue kaufmännische Säule der Geschäftsführung. Christoph Thun-Hohenstein bleibt wissenschaftlich-künstlerischer Chef des Hauses.

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