US-Student in Nordkorea zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt

16. März 2016, 14:17
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21-Jähriger soll Diebstahl von Propagandamaterial zugegeben haben

Seoul – Ein wegen "feindlicher Aktivitäten" in Nordkorea festgenommener US-Student ist zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Das habe der Oberste Gerichtshof Nordkoreas entschieden, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. Der 21-jährige Otto Frederick Warmbier von der Universität Virginia hatte sich nach nordkoreanischen Angaben zum Diebstahl von Propagandamaterial bekannt.

Laut nordkoreanischen Staatsmedien gab Warmbier zu, eine politische Botschaft aus einem Mitarbeiterbereich seines Hotels in Pjöngjang entwendet zu haben. Demnach hatte ihn die Mutter eines Freundes, eine Methodistin, um "eine Trophäe" gebeten. Sie habe ihm ein Auto im Wert von 10.000 Dollar (gut 9.000 Euro) oder für den Fall seiner Festnahme 200.000 Dollar für seine Familie versprochen.

"Unter Anleitung der US-Regierung"

Der junge Mann war den nordkoreanischen Angaben zufolge mit einem Touristenvisum eingereist, um die "Grundlagen der Einheit" des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student "unter der Anleitung der US-Regierung" gehandelt. Bei der geplanten Ausreise nach Peking Anfang Jänner wurde er festgenommen.

Warmbier ist einer von insgesamt drei in Nordkorea festgehaltenen Nordamerikanern. Im Dezember war ein 60-jähriger kanadischer Priester wegen des Vorwurfs der Aufwiegelung zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Nordkorea, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen.

Politische Krise

Das jüngste Urteil erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und Nordkorea. Pjöngjang hatte im Jänner seinen vierten Atomwaffentest und einen Monat später den Start einer Langstreckenrakete bekanntgegeben. Beides verstieß gegen UN-Resolutionen, weshalb der UN-Sicherheitsrat – einschließlich China und Russland – die bisher schärfsten Strafmaßnahmen gegen die Demokratische Volksrepublik Korea verhängte.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un warf der US-Regierung vergangene Woche vor, eine Aggression gegen sein Land vorzubereiten und schloss einen "präventiven Atomangriff" Pjöngjangs nicht aus. Er reagierte damit auch auf ein militärisches Großmanöver der USA und Südkoreas, das derzeit für eine weitere Zuspitzung der politischen Lage in Ostasien sorgt. Auch China kritisierte die Militärübung, an der 300.000 Soldaten aus Südkorea und 17.000 aus den USA teilnehmen. (APA, 16.3.2016)

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