Trump gewinnt in drei Bundesstaaten, Clinton holt vier Siege

16. März 2016, 10:06
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Kasich gewinnt in seinem Heimatbundesstaat Ohio, Rubio gibt nach Niederlage in Florida auf

Washington – Donald Trump hat seine Führung bei den Vorwahlen der Republikaner weiter ausbauen können und am "kleinen Super Tuesday" oder "Super Tuesday II" drei Siege errungen: in Illinois, North Carolina und dem strategisch wichtigen Bundesstaat Florida, der über eine große Anzahl Delegierter verfügt (99), die alle an den Erstplatzierten vergeben werden.

Trump holte in Illinois knapp 40 Prozent. Auf den zweiten Platz kam der erzkonservative Senator Ted Cruz mit 30,5 Prozent. Ohios gemäßigt-konservativer Gouverneur John Kasich landete mit knapp 20 Prozent auf Platz drei.

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In North Carolina lag Trump bei rund 40 Prozent. Cruz kam auf mehr als 36 Prozent, Kasich auf knapp 13 Prozent. Auch im US-Territorium Marianen konnte Trump einen Sieg erringen. "Das war ein wunderbarer Abend, das war ein großartiger Abend", sagte der Milliardär. Er rief die Republikaner zur Geschlossenheit auf: "Tatsache ist, dass wir die Partei zusammenbringen müssen", erklärte er in Florida. Er habe für die Republikaner Millionen neue Wähler gewonnen: "Es kommen Demokraten zu uns, Unabhängige kommen dazu und – das ist sehr, sehr wichtig – Menschen, die noch nie zuvor eine Stimme abgegeben haben", sagte Trump bei seiner Pressekonferenz in Florida – auf der keine Fragen von Journalisten zugelassen wurden, wie unter anderen CNN-Reporter Jeremy Diamond auf Twitter berichtete.

Kasich hat dafür in seinem Heimatstaat Ohio gewonnen. Auch hier werden – wie in Florida – alle Delegierten (66) an den Sieger vergeben. Damit bleibt die Hoffnung auf eine "Contested Convention", bei der Trump nicht von vornherein die absolute Mehrheit der 1.237 Delegierte hat und es auf dem Parteitag zu einer Kampfabstimmung kommt.

Clinton fährt vier Siege ein

Hillary Clinton gewann die Vorwahlen der Demokraten in Illinois, Florida, Ohio und North Carolina. Vor jubelnden Anhängern sagte sie: "Wir kommen der Nominierung der demokratischen Partei näher – und dem Sieg bei der Wahl im November." Das sei möglicherweise "einer der folgenreichsten Wahlkämpfe unseres Lebens". An Trumps Adresse sagte Clinton: "Unser Oberkommandierender muss in der Lage sein, unser Land zu verteidigen und nicht, es zu erniedrigen. Er sollte unsere Verbündeten für uns einnehmen und sie nicht vor den Kopf stoßen."

Das Ergebnis aus Missouri stand allerdings noch aus, hier lag Clinton nach einem Auszählungsgrad von 99 Prozent nur knapp vor ihrem Konkurrenten Bernie Sanders. Auch bei den Republikanern ist Missouri noch "too close too call": Trump und Cruz liegen hier nur 0,2 Prozentpunkte auseinander. Die Auszählung der Briefwählerstimmen könnte das Ergebnis noch verändern.

Auf Marco Rubio kommen 168 Delegierte, er ist aber aus dem Rennen ausgestiegen.

Rubio steigt aus

Nach seiner klaren Niederlage in seinem Heimatstaat Florida hat Marco Rubio aufgegeben. "Dieses Jahr werden wir nicht auf der Gewinnerseite stehen", sagte Rubio am Dienstagabend vor Anhängern und erklärte seine Wahlkampagne für beendet. Der Senator landete in Florida mit 27 Prozent weit hinter Trump, der mehr als 45 Prozent der Stimmen holte. Er hatte bis dato 168 Delegiertenstimmen gesammelt.

foto: apa/afp/rhona wise
Donald Trump hat weitere Siege im US-Vorwahlkampf eingefahren – unter anderem in Florida, wo sein Konkurrent Marco Rubio nun das Handtuch wirft.

Rubio gratulierte dem populistischen Geschäftsmann zu dessen "großem Sieg" bei der Vorwahl. Allerdings übte er unverhüllt Kritik am Wahlkampfstil von Trump, der einen Feldzug gegen die politischen Eliten in Washington führt und mit abwertenden Äußerungen über Migranten und Muslime für Empörung sorgte.

"Amerika braucht eine lebhafte konservative Bewegung. Aber eine, die auf Prinzipien und Ideen aufbaut und nicht auf Angst, nicht auf Wut", sagte Rubio. "Ich bitte die amerikanische Bevölkerung, sich nicht der Angst und dem Frust hinzugeben."

Auch zweitplatzierter Cruz bei Parteispitze unbeliebt

Im Rennen bei den Republikanern verbleibt damit neben Trump und Kasich nur noch Ted Cruz aus Texas. Der tiefgläubige Senator ist ein Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung und hat sich mit der Parteispitze überworfen. Viele Republikaner gehen davon aus, dass er bei der eigentlichen Präsidentenwahl Anfang November genauso wie Trump eher schlechte Chancen gegen Clinton haben dürfte. Mit kontroversen Aussagen etwa zu Einwanderern und Muslimen hat der Milliardär und Populist Trump bei vielen Amerikanern für Kopfschütteln gesorgt.

Cruz sagte trotz seiner bescheidenen Dienstags-Ergebnisse: "Das war eine gute Nacht. Wir sammeln weiter Delegierte auf dem Weg zum Sieg." Eilig warb Cruz um die Anhänger des ausgestiegenen Rubio, den er nun als Freund und Kollegen bezeichnete: "Wir empfangen Euch mit offenen Armen." (APA, red, 16.3.2016)

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