Schockbilder auf Zigarettenpackungen: Mehr als tausend Worte

Kommentar15. März 2016, 17:46
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Die Proteste der Raucher sind alle für den Sack

Vor ein paar Jahren waren Gruselbilder auf Zigarettenpackungen noch ein echter Aufreger. Die Aussicht, bei jeder Zigarette einen Blick auf geräucherte Lungen oder verdörrtes Zahnfleisch werfen zu müssen, sorgte für einen Sturm der Entrüstung – zumindest unter Rauchern. Jetzt wird es auch in Österreich ernst, die entsprechende EU-Verordnung ging durch den Ministerrat und wird wohl im Frühling 2017 umgesetzt. Ein Aufguss der Empörung ist aber bisher ausgeblieben.

Viele Raucher werden die Bilder des Horrors ohnehin einfach mit bunten Schutzhüllen abdecken – das zeigen Erfahrungen aus Ländern, wo die Abschreckung schon existiert. Aber es gibt auch Widerstand gegen die Zwangsbeglückung. Dann müssten auch edle Weine mit Bildern von Leberzirrhosen verziert werden oder Süßigkeiten mit dem Werk des Kariesteufels. Und überhaupt mische sich die EU eh schon zu sehr ins Privatleben ein, hört man oft.

Doch diese Argumente sind alle für den Sack, in den man sich als Raucher gerne lügt. Inzwischen muss wohl jeder verstanden haben, dass Qualmen qualvolle Schäden bis hin zum frühen Tod verursachen kann. Das Risiko ist ziemlich hoch.

In Wahrheit geht es freilich gar nicht so sehr darum, Raucher zum Aufhören zu bewegen – sondern darum, dass junge Leute erst gar nicht anfangen. Und ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte. Den Versuch ist es wert. (Michael Simoner, 15.3.2016)

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