Innovationsmanagement: Kurzer Weg von der Idee zur Vermarktung

16. März 2016, 07:30
1 Posting

An der FH Campus 02 in Graz spielt unternehmerisches Agieren eine zentrale Rolle

Graz – "Zu uns kommen Leute mit den unterschiedlichsten Ideen", erzählt Andreas Rehklau, Creative Director vom innolab Graz. "Vom klassischen Erfinder, der in jahrelanger Wochenendarbeit eine neue Turbinenart entwickelt hat, bis zum Tischler, der in seinem Betrieb modische Handtaschen aus Holzlamellen produzieren möchte."

Das innolab ist ein Institut der Studienrichtung Innovationsmanagement an der FH Campus 02 und versteht sich als Schnittstelle zwischen Menschen mit Ideen bzw. potenziellen Unternehmensgründern und der Wirtschaft. Wer sich dort Tipps zur Be- und Verwertung seiner Idee holt, darf nicht nur mit hilfreichen Wirtschaftskontakten rechnen, sondern auch mit Rat in puncto Technik, Marketing, Webseitengestaltung, Nachhaltigkeit etc.

Immer wieder werden auch die Studierenden in die Beantwortung offener Fragen eingebunden: Auf diese Weise sind schon viele praxisnahe Bachelor- und Masterarbeiten entstanden. "An die zehn Prozent unserer Innovationsmanagement-Absolventen werden selbst Unternehmer", berichtet Rehklau.

Wie zum Beispiel Stefan Ponsold, dem im Zuge eines Studienprojekts die Idee seines Lebens kam: eine Tasche mit Solarpaneelen, die für Smartphone, Tablet oder Digitalkamera auch dann Strom zur Verfügung stellen, wenn der Nutzer fernab jeder Steckdose seiner Wege geht.

Nach langem Tüfteln entstanden 2010 die erste SunnyBag und mithilfe des innolab auch ein Businessplan zur Vermarktung. Der Erfolg kam für den Jungunternehmer schneller als erwartet und mit ihm eine Reihe von Auszeichnungen, vom steirischen Wirtschaftspreis Primus Award bis zum deutschen Umweltpreis Clean Tech Media Award. Mittlerweile wird das tragbare Minikraftwerk von zahlreichen Handelsketten vertrieben.

Eine Erfolgsgeschichte, wie sie auch an der FH Campus 02 nicht jeden Tag ausgebrütet wird. Doch der Weg von der Theorie zur Praxis wird dort grundsätzlich kurz gehalten. Mit Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Banken als Gesellschaftern der FH sind die Fäden zur Wirtschaft straff gespannt. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten orientieren sich deshalb unmittelbar am Bedarf von Unternehmen.

Prototyp aus dem 3-D-Drucker

So werden in der Studienrichtung Automatisierungstechnik Zuverlässigkeitsprüfungen für elektronische Komponenten konzipiert oder Automatisierungslösungen vom Konzept bis zum Prototyp entwickelt. Da die FH über einen leistungsstarken 3-D-Drucker verfügt, wird ergänzend auch die Herstellung von Demonstratoren angeboten.

Als Entwicklungspartner insbesondere steirischer Unternehmen versteht sich auch die Studienrichtung Informationstechnologien und Wirtschaftsinformatik. Sie konzentriert sich vor allem auf Smart Services, also die Entwicklung produktbegleitender IT-Dienstleistungen. Studierende und Lehrende des Studiengangs Rechnungswesen und Controlling wiederum erstellen unter anderem Analysen gesetzlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Österreich, und im Bereich International Marketing und Sales werden maßgeschneiderte Konzepte zum Management von Kundenbeziehungen und zur marktorientierten Unternehmensführung entwickelt.

Die Ausbildung entlang realer Bedürfnisse und Probleme von Unternehmen wird durch zahlreiche Kooperationsprojekte umgesetzt. Dabei lernen die Studierenden, ihr Wissen praktisch anzuwenden und neue Lösungen zu entwickeln, und die Unternehmen können aus dem Wissenspool des Studiengangs schöpfen und das Know-how der Mitarbeiter für sich nutzen.

Während bis 2005 nur Studierende mit Berufserfahrung zugelassen wurden, kann man mittlerweile bereits nach der Matura an der FH Campus 02 studieren. Ende letzten Jahres wurde von einem externen Marktforschungsinstitut übrigens ermittelt, dass nahezu 100 Prozent aller Vorgesetzten von Master-Absolventen der FH Campus 02 mit den Kompetenzen ihrer Mitarbeiter zufrieden sind. (grido, 16.3.2016)

Share if you care.