Zweite Staffel "Vorstadtweiber" im ORF: Guter Hoffnung

15. März 2016, 16:01
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Schöne runde Bäuche werden formvollendet spazieren gefahren, mit gemischten Gefühlen, versteht sich

Sie ließen sich trotz anfänglicher Kontroversen und halbgarer Kritiken erhabener Medien nicht einbremsen: Die "Vorstadtweiber" sind die zukunftsträchtigste Serie, die der ORF seit dem "Kaisermühlen Blues" auf die Beine gestellt hat. Unser Voralpen-"Desperate Housewives" lebt vom bösen Witz und dem profunden Grant, der den Wienerinnen und Wienern samt allen Zuagroasten eigen ist.

Den fruchtbaren Boden der Serie besiegelte die erste Folge der 2. Staffel gleich einmal mit Schwangerschaften. Am Montag gab es sie auf ORF 1 erstmals zu sehen. Schöne runde Bäuche werden formvollendet spazieren gefahren, mit gemischten Gefühlen, versteht sich. Denn mit gezielter Familienplanung gehen die freudigen Umstände in Uli Brees Drehbuch erwartungsgemäß nicht einher.

Es kippt weiterhin alles ins Groteske, was theoretisch gut klingt, allerdings von Fall zu Fall auch am Ziel vorbeischrammt. Etwa der Termin bei der Sexualtherapeutin (nicht alle schweben im Fortpflanzungsglück), der sich recht angestrengt in Richtung Eskalation entwickelt, dabei aber vollkommen papieren und unglaubwürdig bleibt.

Umstandslos werden so neue weibliche Figuren eingeführt, die die Welt zwischen Alice Schwarzer und Pamela Anderson erst noch ein wenig betropetzt beobachten, darunter Julia Stemberger als gute Tochter in der Döblinger Himmelstraße. Solche sich im Lot befindenden Figuren könnten der überstrapazierten szenischen Dramaturgie und ihren hektomatischen Akteuren künftig ein notwendiger Anker sein.

Jetzt bleibt die Frage: Schafft es Caro, ihren Hadi mit dem weltberühmten Jerry-Hall-Trick unter Kontrolle zu kriegen? Könnte gehen. (Margarete Affenzeller, 15.3.2016)

  • Schwangere Bäche bei den "Vorstadtsweibern" im ORF:
    foto: orf/mr film/petro domenigg

    Schwangere Bäche bei den "Vorstadtsweibern" im ORF:

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