Weltraumtourismus: UN-Organisation fordert Regelwerk

15. März 2016, 15:12
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Vorschriften für Touristen- und Transportflüge ins All binnen fünf Jahren

Montreal – Der langsam entstehende Markt für private Touristen- und Transportflüge ins All macht nach Auffassung der Internationalen Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) klare Regeln erforderlich. Binnen fünf Jahren müssten Vorschriften entwickelt werden, sagte Ratspräsident Olumuyiwa Benard Aliu am Dienstag.

Zum einen müsse die Sicherheit im Weltraum garantiert werden, zum anderen dürfe kein Flickenteppich nationaler Vorschriften entstehen, erklärte Olumuyiwa Benard Aliu. Die UN-Organisation schlägt vor, die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen für die Luftfahrt zu überarbeiten, für welche die ICAO und die Regierungen der einzelnen Länder verantwortlich sind.

Private Raumfahrt auf dem Vormarsch

Es sei klar ersichtlich, dass kurze Raumflüge und Flüge ins Weltall neue Tourismus- und Transportmärkte förderten, erklärte Aliu. Er selbst sei begeistert, dass der Traum von normalen Weltraumflügen "jetzt konkrete Wirklichkeit wird", erklärte er auf einer Konferenz in Abu Dhabi. Die Zahl der Raketenstarts nehme stetig zu, die kommerzielle Raumfahrtindustrie habe bedeutende Fortschritte gemacht, deshalb müssten wichtige Fragen geklärt werden.

Die private Raumfahrt hat sich in den vergangenen 15 Jahren vor allem auf Betreiben der beiden Unternehmen Virgin Galactic des britischen Milliardärs Richard Branson und SpaceX des Tesla-Gründers Elon Musk stark entwickelt. "Kommerzielle Weltraumzentren werden Wirklichkeit", erklärte die ICAO.

Wiederverwertbare Trägerraketen

Virgin Galactic hatte im vergangenen Monat ein Nachfolgemodell des Raumschiffs "SpaceShipTwo" vorgestellt, nachdem der Vorgänger bei einem Testflug im Oktober 2014 abgestürzt war. Branson hatte bereits am Tag nach dem Unglück betont, er werde trotz des Rückschlags an seinen Plänen für privaten Weltraumtourismus festhalten.

SpaceX hatte Anfang März einen Telekommunikationssatelliten erfolgreich ins All gebracht. Die anschließende Landung der "Falcon-9"-Trägerrakete auf einer Plattform im Meer scheiterte allerdings. SpaceX arbeitet an der Entwicklung wiederverwertbarer Trägerraketen. Ziel ist es, Trägerraketen mehrmals zu verwenden, um die Raumfahrt kostengünstiger und nachhaltiger zu machen. (APA, AFP, 15.3.2016)

  • Das erste SpaceShipTwo von Virgin Galactic
    foto: virgin galactic

    Das erste SpaceShipTwo von Virgin Galactic

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