Autobombe in Berlin: Polizei geht von Mordanschlag aus

15. März 2016, 15:05
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Auto explodierte während der Fahrt, der Lenker wurde tot geborgen – Keine Anzeichen für terroristischen Anschlag

Berlin – Bei einem Autobombenanschlag mit mutmaßlich kriminellem Hintergrund ist Dienstagfrüh in Berlin ein Mann getötet worden. Nach Polizeiangaben explodierte der VW-Passat gegen 8 Uhr mitten im Berufsverkehr in der Nähe der Deutschen Oper im Westen der Stadt.

Der 43-jährige Lenker des Wagens sei trotz erster Hilfe aus einem nahegelegenen Ärztehaus an Ort und Stelle verblutet. Die Trümmer des Autos verteilten sich Augenzeugen zufolge auf einer Strecke von gut 100 Metern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war das Opfer polizeibekannt.

Terroranschlag ausgeschlossen

Für einen terroristischen Anschlag gebe es bisher keine Anzeichen. "Wir gehen davon aus, dass es ein Mordanschlag durch einen unter dem Pkw befestigten Sprengstoff war", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Der silberne VW Passat sei während der Fahrt explodiert, gegen einen parkenden Porsche Cayenne geprallt und dann zurück auf die Fahrbahn geschleudert worden. Der an den Beinen schwer verletzte Fahrer habe sich noch aus dem Wrack befreit, sei dann aber trotz der herbeigeeilten Ärzte verblutet. Der Ort des Bombenanschlags in der stark befahrenen Bismarckstraße liegt gut fünf Kilometer westlich des Brandenburger Tors.

Das Opfer sei der Polizei wegen früherer Ermittlungen wegen Drogenhandels, Geldfälschung und illegalen Glücksspiels bekannt gewesen, sagte Steltner. Ob der Anschlag tatsächlich dem Mann gegolten habe, werde noch untersucht. Dieser sei nur der Fahrer und nicht der Halter des Autos gewesen. Die Nachforschungen der Mordkommission gingen in Richtung organisierte Kriminalität.

Entwarnung

Der Polizei zufolge war zunächst unklar, ob sich an dem Auto weiterer Sprengstoff befand. Die Beamten sperrten deshalb den Tatort weiträumig ab und forderten die Anrainer per Lautsprecher auf, die Fenster zu schließen und sich in die hinteren Bereiche ihrer Wohnungen zurückzuziehen. Erst nachdem ein Entschärfungsteam Entwarnung gegeben hatte, durften die Menschen ihre Häuser verlassen und die Balkone betreten.

"Nach allem, was wir derzeit wissen, müssen wir von einem schweren Verbrechen ausgehen", sagte der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU). "Das umfasst explizit die Möglichkeit, dass es sich um eine Auseinandersetzung im Umfeld der organisierten Kriminalität handelt", sagte er. (APA, Reuters, red, 15.3.2016)

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