Lula erwägt Kandidatur als Präsident Brasiliens

15. März 2016, 07:41
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Der ehemalige Präsident ist wegen Korruptionsvorwürfen massiv unter Druck

Rio de Janeiro – Der wegen Korruptionsvorwürfen massiv unter Druck geratene Luiz Inácio Lula da Silva will 2018 wieder als Kandidat für das Präsidentenamt in Brasilien antreten. Das geht aus nun veröffentlichten Polizeiprotokollen hervor. Die Vernehmung fand nach der Razzia in Lulas Haus am 4. März in São Paulo statt.

Vom Schuhputzer zum Präsidenten

"Was Sie mit mir machen, änderte die Dinge", sagte der 70-Jährige. "Ich bin ein alter Mann und wollte mich eigentlich zur Ruhe setzen. Nun werde ich Kandidat für die Präsidentschaft 2018." Lula begründet es damit, dass er es seinen Gegnern zeigen wolle.

Der vom Schuhputzer zum Präsidenten und weltweit geachteten Politiker aufgestiegene Lula steht im Fokus von Ermittlungen, die die von ihm gegründete, seit 2003 regierende linke Arbeiterpartei in eine tiefe Krise gestürzt hat. Lula drohen Untersuchungshaft und ein Prozess.

Petrobas-Affäre

Ein Vorwurf dreht sich um Ungereimtheiten bei einem Luxusapartment an der Atlantikküste. Die Ankläger vermuten Geldwäsche und die Verschleierung von Vermögen. Er bestreitet vehement den Verdacht, dass ihm die komplett renovierte Immobilie von einem Baukonzern als Schenkung überlassen worden ist. Er habe sie ursprünglich kaufen wollen, dann aber davon abgesehen, betont der frühere Präsident.

Bei dem Skandal mit all seinen Verästelungen geht es im Wesentlichen um Schmiergeldzahlungen bei Auftragsvergaben des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras. Gegen 57 Politiker wird ermittelt. Viele Bürger werfen Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff eine Mitwisserschaft vor.

Am Sonntag demonstrierten 3,6 Millionen in mehr als 300 Städten für ihre Amtsenthebung. Es gibt Gedankenspiele, Lula zum Minister zu machen, um ihn besser vor Untersuchungshaft und einem Prozess zu schützen. (APA, 15.3.2016)

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