John Olivers brillante Erklärung zum Streit zwischen FBI und Apple

Video14. März 2016, 17:07
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Eine satirische Fake-Werbung für das iPhone bringt Apples Argumente auf den Punkt

Moderator John Oliver ist bekannt dafür in seiner Show "Last Week Tonight" beim US-Sender HBO aktuelle Themen garniert mit einem ordentlichen Schuss Satire aufzugreifen. Nun hat er sich die Debatte um die FBI-Forderung gegen Apple vorgeknöpft.

Kein Zugriff für Ermittler

In dem 18 Minuten langen Beitrag erklärt Oliver zunächst, wieso Verschlüsselung wichtig ist um die verschiedensten Daten und Verbindungen zu schützen. Die Kehrseite sei allerdings, dass Ermittler mitunter keinen Zugriff auf wichtige Informationen erhalten. So wie im Fall um das iPhone des Attentäters von San Bernardino. Das FBI fordert Apple auf, eine iOS-Version mit Hintertür zu entwickeln, um auf die Daten des gesperrten Geräts zugreifen zu können. Apple weigerte sich bislang.

lastweektonight

Es sei durchaus nachvollziehbar, dass die Ermittler Zugriff auf das iPhone verlangen, so Oliver. John Miller, Leiter der Antiterrorabteilung der New Yorker Polizei, zog etwa einen Vergleich zu Hausdurchsuchungen oder der Öffnung eines Safes. Für Oliver ist der Vergleich jedoch nicht ganz zulässig. Denn im Fall einer Safe-Öffnung gehe es nur darum an den Inhalt eines ganz bestimmten Safes zu gelangen. Eine spezielle Software, die die Sicherheitsmechanismen eines iPhones umgehen kann, könne jedoch auch bei anderen iPhones eingesetzt werden. Das ist auch die Argumentationslinie von Apple-CEO Tim Cook.

Fake-Werbung bringt Apple-Argumente auf den Punkt

Apple rät der Moderator offener und ehrlicher in seiner Kommunikation aufzutreten. In Werbespots präsentiere das Unternehmen trivialste Aspekte des iPhones als Innovation. Das sei auch bei den Sicherheitsmaßnahmen der Fall und überspiele die Tatsache, dass iOS nicht immun gegen Sicherheitslücken ist. Zum Schluss des Beitrags wird eine Fake-Apple-Werbung gezeigt, die offener mit potenziellen Schwachstellen im iPhone umgeht und natürlich mit Spott für Apple nicht spart. Darin ist zu sehen, wie sich ein Hacker Zugang zu privaten Fotos verschafft.

Der Spot verdeutlicht gut, wieso Apple nicht nachgeben und Verschlüsselung nicht aufgeweicht werden sollte. Trotz des Spotts und der ironischen Kommentare Olivers könnte das Video dazu beitragen, dass Nutzer Apples verweigernde Haltung besser verstehen. (br, 14.3.2016)

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