Mit der Waffe ins Büro

15. März 2016, 11:30
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Ein US-amerikanischer Unternehmer verlangt von seinen Angestellten, am Arbeitsplatz eine Waffe zu tragen

Diese Nachricht hat selbst in den USA für Aufsehen gesorgt: Lance Toland, der in Georgia drei Versicherungsbüros leitet, verlangt von seinen Mitarbeitern, mit der Waffe zur Arbeit zu kommen. Genauer gesagt: Die Angestellten sollen sich um den Waffenschein kümmern, und er besorgt ihnen den Revolver mit Spitznamen "The Judge". Während es in den Vereinigten Staaten einige Bundesstaaten gibt, in denen es erlaubt ist, die eigene Waffe mit an den Arbeitsplatz zu nehmen, hat es wahrscheinlich noch niemand vorgeschrieben bekommen, heißt es in einem Bericht von "Mashable".

Sicherheit durch Waffen

Im Interview mit Fox News erzählt Toland von seinem getöteten Onkel, in den drei geschäftlichen Standorten sei es aber noch nie zu Überfällen oder Gewalt gekommen. Aber man wisse ja nie, wer sich hereinschleiche. "Ich verfolge keine soziale Agenda. Ich verfolge eine Sicherheitsagenda", sagt er in Richtung von Kritikern.

fox news

Die Belegschaft habe die neue Vorgabe gut angenommen, alle seien zu 100 Prozent an Bord. Nun wird in den Medien diskutiert, ob Waffen den Arbeitsplatz sicherer machen – oder im Gegenteil gefährlicher. Es sind also dieselben Fragen, über die in den USA auch allgemein seit Jahren gestritten wird.

Trainings bei der NRA

Arbeitsrechtlich stellt sich natürlich die Frage, ob Waffenbesitz den Mitarbeitern diktiert werden kann. In den USA hängt das von der Branche ab und davon, ob Verbrechen wahrscheinlich sind – in einem Kiosk oder einem Taxibetrieb könne man durchaus von den Mitarbeitern verlangen, bei der Arbeit Waffen zu tragen, sagte eine Arbeitsrechtsexpertin zu "Mashable". Dort wird auch ein Bericht der nationalen Behörde für Arbeitsstatistik zitiert, wonach durchschnittlich 400 Menschen pro Jahr am Arbeitsplatz getötet werden.

Toland bittet seine Mitarbeiter auch, in Trainings der NRA (National Rifle Association) den Umgang mit den Waffen zu erlernen. Auslöser für das neue Gebot in seinen Büros war die baldige Pensionierung einer Mitarbeiterin: Sie war von der NRA zertifizierte Ausbilderin und bei Toland inoffiziell für die Sicherheit zuständig. (lhag, 15.3.2016)

  • Lance Toland mit dem Revolver, den er für alle Angestellten zur Verfügung stellt.
    foto: lisa marie pane / ap

    Lance Toland mit dem Revolver, den er für alle Angestellten zur Verfügung stellt.

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