Jedem sein Meldonium

14. März 2016, 15:31
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Pharmahersteller empfiehlt Freigabe des Präparats: "Wollen nachweisen, dass unser Mildronat nicht auf Verbots-Liste muss"

Riga – Der lettische Pharmahersteller Grindeks hat eine Idee, wie die Flut an Meldonium-Dopingfällen einzudämmen wäre. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) solle das Präparat einfach wieder von der Verbotsliste streichen, regte Juris Bundulis an, dessen Firma das Herzmittel unter dem Markennamen Mildronat vertreibt.

"Wir hoffen, im Laufe dieses Jahres nachzuweisen, dass unser Mildronat nicht auf diese Liste muss", sagte Bundulis der lettischen Tageszeitung Neatkariga Rita Avize. Die Wada hatte Meldonium nach einjähriger Beobachtungsphase per 1. Jänner 2016 auf die Liste verbotener Substanzen gesetzt, weil es Sauerstoffmangel kompensiert und leistungssteigernd wirken soll.

Die Gründe für das Verbot wurden Grindeks nicht mitgeteilt, sagte Bundulis. Der bisher prominenteste Dopingfall mit Meldonium betrifft die russische Weltklassetennisspielerin Maria Scharapowa, die ihren positiven Dopingtest vor einer Woche überraschend selbst bekanntgegeben hatte. Die Wada bestätigte am vergangenen Freitag bereits 99 Fälle infolge des Missbrauchs des Herzmedikaments – es sind fast durchwegs Sportler aus Osteuropa betroffen.

Grindeks kann sich seit der Scharapowa-Beichte kaum der Bestellungen erwehren, firmenintern wird Mildronat als Scharaponat bezeichnet. "Werbung mit Scharapowa – was kann man mehr wollen?", frug Vorstandschef Bundulis rhetorisch. (APA, red, 14.3.2016)

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    foto: reuters/kalnins
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